Angemacht und ausgeraubt: Vorsicht, Sex-Falle! Ärztin verabreicht Disko-Flirts K.o.-Tropfen

Eine Medizinerin hat ihre Disko-Bekanntschaften auf ziemlich rabiate Art und Weise behandelt. Erst ließ sie ihre Reize spielen, dann manipulierte sie die Drinks der Männer. Am Ende der Nacht waren die dann um einiges ärmer.

Diese angehende Ärztin wird vorerst nicht die Gelegenheit bekommen, sich an Patienten zu erproben: Eine 37-jährige Medizinerin muss fünf Jahre und fünf Monate hinter Gitter, weil sie systematisch ihre Diskobekanntschaften ausgeknockt und ausgenommen hat - deutschlandweit.

Sie machte ihre Opfer in Discos zunächst an, und wenn es zum gemeinsamen Drink kam, mischte sie ihnen Schlafmittel ins Getränk, das ähnlich wirkte wie K.o.-Tropfen. Dann hatte die junge Frau, die in der Ukraine ein Medizinstudium absolviert hat, freie Bahn: Eine Uhr im Wert von 10.000 Euro, Handys, Laptops, Bargeld - Wertsachen im Wert von vielen Tausend Euro wechselten den Besitzer, während ihre Eigentümer schlummerten.

Richterin: Opfer der K.o.-Medizinerin hätten sterben können

Das Landgericht Hannover schickt die 37-Jährige jetzt in den Knast. Nach Überzeugung des Gerichts mischte die Frau neun Männern in Hannover, Hamburg, Frankfurt, Dortmund und Berlin unbemerkt zerbröselte oder aufgelöste Tabletten ins Glas und machte sie damit willenlos.

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Beim Aufwachen war den Männern speiübel und sie konnten sich nicht daran erinnern, was geschehen war. Die Vorsitzende Richterin Renata Bürgel betonte, für die Opfer seien die Attacken lebensgefährlich gewesen. So hätten die betäubten Männer beispielsweise an Erbrochenem ersticken können.

Version der Angeklagte: Laptops und Handy als Pfand für Sex mitgenommen

Im Verlauf des Prozesses hatte die Angeklagte zugegeben, vier der Männer Schlafmittel gegeben zu haben. Nach Aussage der 37-Jährigen hatte sie mit allen Sex vereinbart und die Handys und Laptops gleichsam als Pfand mitgenommen, weil zu wenig gezahlt worden war. Diese Darstellung glaubte das Gericht nach der Befragung von Bestohlenen und Sachverständigen aber nicht. Es sei in keinem Fall zum Sex gekommen, weil die außer Gefecht gesetzten Männer dazu viel zu müde gewesen seien.

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Ausgeraubte Männer wachten im Park oder im Wald auf

Ein Opfer ließ die laut Gutachter überdurchschnittlich intelligente Frau sogar in der Nacht auf einer Parkbank zurück, ein anderer Mann wachte am nächsten Morgen in einem Waldstück auf.

Was bringt eine ausgebildete Ärztin zu solchen Taten? Die Angeklagte sei nach der Scheidung von ihrem Mann, der das alleinige Sorgerecht für die Tochter bekam, in ein Loch gefallen, sagte die Richterin. «Ihr Lebensstil sowie Drogen- und Alkoholkonsum erforderten eine erhebliche Geldsumme.»

Angeklagte: Wurde als Kind in Südafrika vergewaltigt

Ein weiteres Motiv war nach Einschätzung der Richterin Rache und der Hass auf Männer, die nur Sex wollten. Die in Südafrika aufgewachsene Angeklagte hatte zum Prozessauftakt Vergewaltigungen in der Kindheit und Jugend geschildert.

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iwi/rut/news.de/dpa

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