Internet: Schnüffelei ade: So verbietet man Chrome das «Plaudern»

Berlin - Chrome-Nutzer sollten sich bewusst machen, dass der Google-Browser ganz schön neugierig ist. Wer weniger von sich und seinem Online-Verhalten preisgeben will, sollte die Optionen durchforsten - und das ein oder andere Häkchen entfernen.

Schnüffelei ade: So verbietet man Chrome das «Plaudern» Bild: Jens Büttner/dpa

Googles Chrome-Browser ist pfeilschnell, aber auch geschwätzig: Er sendet mit den Standardeinstellungen viele Daten an die Server des Unternehmens, berichtet die Zeitschrift «c't» (Ausgabe 11/14). Das macht das Surfen zwar in vielen Fällen komfortabler - Nutzer sollten aber trotzdem wissen, was Chrome alles ausplaudert. Und vor allem, wie man das unterbindet.

Die meisten Optionen dazu zeigt der Browser erst an, wenn man auf der Haupt-Einstellungsseite auf den unscheinbaren Link «Erweiterte Einstellungen anzeigen» klickt. Interessant wird es dann beim Punkt «Datenschutz».

Wer nicht möchte, dass Chrome die in die Adressleiste eingetippten Internetadressen an Google-Server schickt, muss das Häkchen bei «Navigationsfehler mithilfe eines Webdienstes beheben» entfernen. Gleiches gilt für den Punkt «Vervollständigung von Suchanfragen und URLs bei der Eingabe in die Adressleiste verwenden», wenn man nicht möchte, dass neben Internetadressen auch Suchanfragen, die man in die Adresszeile eintippt, auf den Servern landen.

Bei dem aktivierten Punkt «Netzwerkaktionen voraussehen, um die Ladegeschwindigkeit zu verbessern», versucht Chrome den Experten zufolge zu erraten, welchen Link auf der Seite der Nutzer als nächstes anklickt, um die entsprechende Seite schon im Voraus zu laden. Das könne gefährlich werden, wenn der Browser Seiten mit illegalen Inhalten automatisch lädt.

Und wer «Rechtschreibfehler mithilfe eines Webdienstes korrigieren» aktiviert hat, sollte wissen, dass alle Textfeld-Eingaben auf Webseiten an Google gehen. Im Zweifelsfall abschalten gelte auch für «Nutzungsstatistiken und Absturzberichte automatisch an Google senden»: Denn stürzt der Browser ab, sende Chrome nicht nur Daten über sich, sondern auch Informationen über andere Dateien, Anwendungen und Dienste.

Sinnvoll ist den Experten zufolge die Option «Phishing- und Malware-Schutz aktivieren». Dafür führt der Browser eine Liste mit gefährlichen Seiten, die aber regelmäßig aktualisiert werden muss. Das bedeute, dass Chrome einen Teil der Internetadresse an Google-Server sendet, wenn man eine Seite aufrufen möchte, die auf der Liste steht.

Auch bei «Mit Browserzugriffen eine "Do Not Track"-Anforderung senden» sollte man einen Haken setzen. Die Funktion Do Not Track (DNT) signalisiert Unternehmen und Werbenetzwerken, dass der Nutzer nicht möchte, dass Surf-Nutzungsprofile über ihn angelegt werden.

news.de/dpa

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