Graffiti-Star Loomit: Mit Spraydosen wird die Welt ein bisschen bunter

Als Sprayer der ersten Stunde hat sich Mathias Köhler, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loomit, längst einen Namen in der Graffiti-Szene gemacht. Inzwischen hat sich der 42-Jährige mit Kunstwerken auf der ganzen Welt verewigt.

 

Seine Waffe? Farbe. Seine Wirkung? Bunt. Seine Berufung? Die Selbstverwirklichung. Mathias Köhler, besser bekannt als «Loomit», ist einer der Pioniere der Sprayerszene. Was er so alles treibt? Lesen Sie nach, zum Beispiel in der Süddeutschen Zeitung, im Blog von Expedia oder schauen Sie sich eine Reportage von BR alpha auf YouTube an.

Der 42-jährige lebt in München, wo er Mitte der 1980-iger Jahre auf verlassenen Gleisanlagen die ersten Züge ansprühte. Das war damals streng verboten, er handelt sich damit mehrfach Anzeigen, Gerichtsprozesse und Geldstrafen ein. Heute sieht er das als einen Lernprozess und das Lehrgeld, das er offenbar zahlen musste. Es gab aber auch Durchbrüche. Bereits Ende der 1980iger Jahre wurden die ersten «legalen» Flächen für Sprayer in München freigegeben, zum Beispiel im Bürgerpark von Oberföhring stand den Graffiti-Künstlern ein ehemaliger Kohlebunker zur Verfügung.

Prägend waren für ihn seine vielen Reisen, unter anderem nach New York – in die Bronx, die Wiege der Graffitikunst und Sprayerkultur. Der Reiz des Verbotenen gab den Sprayern den Kick. Dennoch war in manchen Gegenden auch klar: Jeder Weiße, der hierhin kommt, kommt nur zum Sprühen; oft wurden sie von der Polizei angehalten.

Lieber Dose als Nadel

In der Bronx erlernte er bei einem Altmeister der Zunft auch das Tätowieren. Langfristig war ihm das großflächige Arbeiten mit der Spraydose aber doch lieber als die detailgenaue Arbeit mit der Nadel.

VIDEO: So macht Loomit die Welt bunter
Video: youtube.com/Mediacontainer

Loomit ging mit Spraydose und Farbe auf Reisen, unter anderem nach Australien, Neuseeland und Hongkong, aber auch nach Russland, Mexiko, Indien oder China. Ganz anders als in Deutschland war die Einstellung zu den Streetkünstlern etwa in Ländern wie Brasilien. Dort ist das Konzept der Sachbeschädigung nicht bekannt, die Sprayer haben einen anderen Stellenwert. In Sao Paolo wurde Loomit mit dem Gangsterboss des Viertels bekannt gemacht, in dem er mit einer Gruppe von Sprayern arbeitete – aus Sicherheitsgründen: «Ohne seine Erlaubnis und seinen Schutz hätten wir da nicht arbeiteten können.»

Loomit, der sprühende Frühaufsteher

Loomit selbst sieht es als Bonus an, dass er immer schon vor Sonnenaufgang unterwegs ist. Das gibt ihm mehr Zeit als anderen. Insbesondere bei Hitze hat er noch Zeit, bei «normalen» Temperaturen zu arbeiten, sich vorzubereiten – seine Art, morgens auf Touren zu kommen. Manchmal sind die Bedingungen jedoch auch verschärft: In Fortaleza in Brasilien gestaltete Loomit im Rahmen eines Festivals eine Gefängnismauer, die sich an einer sechsspurigen Autobahn befand – und das bei 40 Grad.

Zu seinen Lieblingssprayorten in Europa zählen unter anderem das Schanzenviertel in Hamburg; namhafte Festivals sind das ibug-Festival in Deutschland, bei dem er von Anfang an eine maßgebliche Rolle spielte. Jedes Jahr wird eine leerstehende Fabrikhalle gestaltet. Auf internationaler Ebene ist das Montreux Aerosol Art Festival ein besonderes Projekt, das ihm durch die gute Zusammenarbeit mit den französischen Kollegen besonders viel Spaß bereitet.

Die größte Konzentration der Kunstwerke von Loomit findet man wohl in München, im Gebiet um die Kultfabrik beim alten Ostbahnhof. Und wenn man genau hinsieht, kann man Loomits Schriftzug in den Kunstwerken erkennen.

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loc/news.de