Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - 14.04.2014, 15.07 Uhr

Heimwegtelefon: Die Angst auf dem nächtlichen Heimweg wegplaudern

Wer im Dunkeln nach Hause laufen muss, fühlt sich oft nicht sicher. Selbst wenn keine direkte Gefahr droht, überkommt viele die Angst. Ein neuer Service namens Heimwegtelefon soll nun Abhilfe schaffen. Hier wird man zwischen 22 und 2 Uhr per Anruf nach Hause begleitet.

Wer kennt das nicht: Der Heimweg am späten Abend von der Arbeit oder einer Party führt durch verlassene Straßen oder einen Park. Viele packt da ein mulmiges Gefühl. Man will nur schnell und sicher nach Hause kommen. Damit das ein wenig leichter fällt, hat die Berlinerin Frances Berger die Servicehotline Heimwegtelefon eingerichtet.

Per Anruf sicher nach Hause geleitet

Gemeinsam mit ihrer Freundin Anabell Schuchhardt begleitet die junge Frau dort jeden Freitag und Samstag zwischen 22 und 2 Uhr Nachtschwärmer auf dem Weg nach Hause, wie das ZDF berichtet. So sollen mögliche Angreifer abgeschreckt oder ein eventueller Angriff im Ernstfall schneller verfolgt werden können. Vor allem aber geht es Berger darum, den Menschen, die bei ihr anrufen, das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein.

Im Notfall wird sofort die Polizei gerufen

«Es gibt Leute, die haben halt nicht ihre Mutti oder einen Freund, die sie nachts aus dem Bett klingeln können», sagt die Ehrenamtliche im ZDF. Diesen Job übernimmt sie nun selbst. Zu Beginn eines jeden Telefonats fragt Berger Standort und Ziel des Gesprächspartners ab, um die Route am Laptop mitverfolgen zu können.

«Wir fragen zwischendurch auch immer mal wieder ab, wo sie sich gerade befindet. Damit wir im Ernstfall sofort wirklich immer die Polizei rufen können, erklärt die Erfinderin vom Heimwegtelefon. «Da ist dann am Ende auf jeden Fall schneller jemand da, als wenn das gar keiner mitbekommt.» Derzeit nehmen das Angebot laut ZDF vor allem junge Frauen wahr, aber auch Männer hätten sich schon unter der Berliner Nummer gemeldet.

Sprechzeiten sollen bald erweitert werden

Ein Anruf bei der Hotline 030-12074182, die deutschlandweit erreichbar ist, kostet so viel wie ein Festnetztelefonat. Für einen kostenlosen Service fehlen derzeit noch Spenden; bei betterplace.org kann das Projekt unterstützt werden. Perspektivisch wollen Berger und Schuchhardt die Sprechzeiten bald erweitert, damit Nachtschwärmer auch nach 2 Uhr noch sicher ans Ziel kommen.

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zij/news.de

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