03.04.2014, 12.46 Uhr

SM-Partys & wilde Orgien: Sex-Schiffe sorgen für Bodensee-Stunk

Erotik-Trip auf dem Bodensee, das ist für viele Swinger und Folter-Fetischisten ein jährliches Highlight. Doch nach 17 Jahren Sex-Schifffahrt regen sich konservative Politiker plötzlich auf, vermutlich wegen der anstehenden Wahlen. Dabei wird an Bord nur gespielt und nicht «geschnackselt», behaupten die Veranstalter.

Die «MS Schwaben» ist sozusagen ein Traditionsunternehmen auf dem Bodensee. Seit 17 Jahren veranstaltet Thomas Sigmund im Sommer seine erotischen Folter-Fahrten über den See, das 1937 gebaute Ausflugsschiff wird dann zum «Torture Ship». Dresscode an Bord: Lack und Leder.

Doch 2014 gibt es plötzlich Ärger. «Unanständig» nennt eine CDU-Kommunalpolitikerin aus Friedrichshafen das Erotik-Schiff. Und der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) will die «Vermietung von Schiffen aus der BSB-Flotte für Sex-Veranstaltungen» gern verbieten. Manch einer vermutet die Kommunalwahlen im Mai als Auslöser für die Kritik.

Jahrelang hatte niemand etwas gegen Sex-Schiffe

«Jetzt tun alle so, als hätten sie noch nie was davon gehört», ärgert sich Thomas Sigmund. Ähnlich geht es seinem Kollegen Thomas Weiss mit einem zweiten Erotikschiff, das im August mit Swingern in den Bodensee sticht - auch nicht zum ersten Mal. «In den drei Jahren, in denen wir das gemacht haben, gab es keine einzige Beschwerde», sagt Weiss.

FOTOS: Mimen mit Vergangenheit Erotische Ausrutscher

Es gehe nicht um sexuelle Intoleranz oder Prüderie, ließ Bürgermeister Burchardt mitteilen. «Gegen reine Party-Veranstaltungen gleich welcher sexueller Gesinnung oder Orientierung habe ich weder jetzt noch künftig in irgendeiner Weise etwas einzuwenden.» Stattdessen gehe es um die Frage, ob die BSB Schiffe für kommerzielle Sex-Veranstaltungen verchartere und ob man dieses tatsächlich zum Geschäftsmodell eines der größten Touristikanbieter in Baden-Württemberg erklären wolle.

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