Von news.de-Redakteurin Franziska Obst - 14.02.2014, 09.22 Uhr

Lug, Trug und gekonnte Bilder: Wie Werbung und Realität getrennte Wege gehen

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Produktfotografen und Werbestrategen den Verbraucher bewusst hinters Licht führen. Ein Berliner Künstler machte aus dieser Tatsache ein Foto-Projekt. Ein nicht sehr appetitliches.

Werbung manipuliert? Ja! Produktfotografie führt den Verbraucher hinters Licht? Ja! Zweifelsohne ist sich fast jeder Bürger dieser beiden Tatsachen bewusst und dennoch nehmen wir sie recht gelassen hin. Was könnten wir auch großartig ausrichten. So ist es seit Jahrzehnten und so wird es mit Sicherheit auch in der Zukunft bleiben.

Woran erkenne ich, ob Photoshop mein Leben bestimmt?
Zu viel Retusche
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Künstler Samuel Müller wagte den Selbstversuch

Anders erging es allerdings dem Berliner Künstler Samuel Müller. Er machte die zwielichtige Produktfotografie zum Thema seines Fotoprojektes «Werbung gegen Realität». Wie er auf seiner Webseite «pundo3000.com» schreibt, kaufte er insgesamt 100 Produkte, fotografierte die Verpackungen aus der Nähe und der Ferne, bereitete die Gerichte wie auf der Verpackung empfohlen zu und fotografierte sie dann erneut.

Vom Werbe-Versprechen bleibt nichts übrig

Betrachtet man schließlich die drei nebeneinander montierten Bilder, dürfte einem das Wasser im Munde nicht mehr zusammenlaufen.

Leckerer Heringssalat wird zu einer undefinierbaren rosa Pampe, auf dem Cheeseburger ist nichts von Gurke oder Salat zu sehen und das Gemüse im Hühnerfrikassee sucht man auch verzweifelt. Man kann nun nicht behaupten, dass dieses Ergebnis schockiert, aber dennoch regt es zu einem reflektierterem Umgang mit der Werbung an.

FOTOS: «Werbung gegen Realität» Bildband zeigt Verarsche der Konsumenten
zurück Weiter Wenig Ähnlichkeit zwischen dem angepriesenen Whopper und dem schließlich serviertem. (Foto) Foto: Samuel Müller/ Verlag Bastei Lübbe Kamera

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