Krabbeltier-Alarm in Deutschland!: Seite 2: Luxushaushalte mit Bettwanzen-Problemen

Blutsauger in deutschen Betten: Bettwanzen sind hierzulande wieder auf dem Vormarsch. Bild: dpa/Piotr Naskrecki/CDC/Harvard University

Am Berliner Tropeninstitut führt Biologin Karolina Bauer-Dubau seit dem Jahr 2000 ihre eigene Statistik. Damals gab es 32 Anfragen im Jahr zu Bettwanzen, 2013 waren es 251. Es sind alles freiwillige Angaben, eine Meldepflicht für Krabbeltiere gibt es nicht. «Das eine Problem ist die Unwissenheit», sagt die Expertin. «Das zweite ist die Scham.» Denn noch immer sind Bettwanzen mit dem Gedanken an mangelnde Hygiene verbunden. Heute völlig unbegründet, versichert Bauer-Dubau.

Deshalb haben reiche Menschen ein Bettwanzen-Problem

«Wir sind oft bei den Schönen und Reichen, weil sie so viel unterwegs sind», sagt Mario Heising, Vorstand beim Berliner Verband der Schädlingsbekämpfer. Manchmal bekommen Kammerjäger Anrufe von Reisenden aus dem Urlaub. Sie haben dort Bekanntschaft mit Bettwanzen gemacht - und wollen die Brut auf keinen Fall mit nach Hause bringen. «Dann holen wir die Koffer am Flughafen ab», berichtet Heising. Dem Reisenden wird frische Kleidung empfohlen, sein Gepäck tiefgefroren. Denn gegen Bettwanzen helfen neben Chemikalien nur Temperaturen unter Minus 18 Grad - oder über 55 Grad, berichtet der Experte.

Beim Berliner Hotel- und Gaststättenverband spricht Geschäftsführer Thomas Lengfelder in Sachen Bettwanzen von «vereinzelten Fällen» in Hauptstadt-Herbergen. Der bundesweite Hotelverband führt keine Bettwanzen-Statistik. Das Problem nehme aber nicht zu, versichert Sprecher Christoph Lück.

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