Festivals: Berlinale mit «Grand Budapest Hotel» eröffnet

Berlin - Skurriles Kino auf der Leinwand und viele prominente Gesichter im Publikum: Mit Wes Andersons Komödie «Grand Budapest Hotel» haben am Donnerstagabend die 64. Internationalen Filmfestspiele Berlin begonnen.

Berlinale mit «Grand Budapest Hotel» eröffnet Bild: dpa
Die schillernde Geschichte rund um ein Luxushotel ist im Rennen um die Bären-Trophäen dabei.

Bei der Weltpremiere wurde es richtig voll auf der Bühne des Berlinale-Palasts. Anderson brachte Stars wie Ralph Fiennes, Jeff Goldblum, Saoirse Ronan, Tilda Swinton, Léa Seydoux und Willem Dafoe mit. «Komm' in die Hufe, Bill», rief der US-Regisseur auf Deutsch, als er seinen Schauspieler Bill Murray aus dem Publikum holte.

Bei den Zuschauern kamen Andersons Erzählweise und die hochkarätige Besetzung gut an. «Es war ein sehr überraschender und schöner Abend», fand Schauspieler Mario Adorf. Auf dem roten Teppich tummelte sich außergewöhnlich viel Prominenz, darunter der britische Schauspieler John Hurt und Sänger Herbert Grönemeyer.

Fast komplett versammelt waren die Stars des deutschen Film, darunter Martina Gedeck, Katja Riemann, Juliane Köhler, Hannelore Elsner, Heike Makatsch und Veronica Ferres. Tilda Swinton war mit ihrer Frisur ein Hingucker des Abends, ebenso Iris Berben mit einer nach Pelz aussehenden Mütze.

Die Eröffnungsgala bot die bewährte Mischung aus Anke Engelkes lockerer Moderation, Festivalausblick und politischen Tönen. Ein paar Sprüche gab es auch. Zu Schauspielerin Nina Hoss sagte Engelke: «Sie ist immer hier, sie hat kein Zuhause.» Oder: Der Inhalt der Berlinale sei zu 95 Prozent digital - «die anderen fünf Prozent sind Dieter Kosslick», meinte Engelke mit Blick auf den langjährigen Festivalchef. Kosslick kultivierte in der Gala wieder sein spezielles Englisch und seinen Humor.

Zum ersten Mal trat die neue Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) auf. Sie nannte Künstler ein «Korrektiv der Gesellschaft» und ermutigte sie, unbequem zu sein. Jurymitglied Greta Gerwig («Frances Ha») sammelte Sympathiepunkte bei den Frauen, weil sie auf der Bühne zugab, dass sie ihre hohen Schuhe nicht lange aushält. Nach dem Film wurde gefeiert - bei Sekt, Hechtfilet, Kürbis-Ricotta-Strudel und Bircher-Müsli mit Honig-Eis.

Nicht bei der Eröffnung dabei war der im Urlaub weilende Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der gerade wegen der «Schmitz-Steueraffäre» in den Schlagzeilen ist. Aus der Riege der Bundespolitiker kamen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Thomas de Maizière.

Am Freitag geht der erste deutsche Film ins Rennen um die Berlinale-Bären. Regisseur Edward Berger erzählt in «Jack» die Geschichte eines vernachlässigten Jungen, der aus einem Heim wegläuft.

Im frisch renovierten Zoo Palast wird mit «Yves Saint Laurent» über den legendären Modeschöpfer die Berlinale-Reihe Panorama eröffnet. Hollywoodglamour bringt der Oscar-Anwärter «American Hustle» mit Bradley Cooper.

Berlinale

news.de/dpa

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