Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier - 29.01.2014, 08.00 Uhr

Online-Petition aus dem Knast: Häh? Knackis fordern mehr Wärter

Sind wir wirklich sicher vor Mördern, Bankräubern und Kinderschändern? Scheinbar nicht - denn in einer Petition fordern jetzt die Häftlinge mehr Wärter. Was ist da los? Werfen Sie mit uns einen Blick hinter die Gefängnismauern.

Sie haben gemordet, unschuldige Menschen ausgeraubt, Kinder missbraucht: Gut, dass sie weggesperrt sind. Das denken die meisten Deutschen über Gefangene.

Wie es denen im Knast ergeht, interessiert nicht - und darüber, dass die Übeltäter früher oder später wieder rauskommen und unsere Nachbarn werden können, wird vorsichtshalber nicht nachgedacht.

Gefangene schreien nach Aufmerksamkeit

«Bitte sorgen Sie für ausreichend Wärter!» fordern Berliner Häftlinge nun von ihrem Justizsenator Heilmann. 600 Unterschriften haben sie gesammelt, um ihrer Petition Nachdruck zu verleihen - das ist im Knast gar nicht so leicht.

Was ist da los? Sind die Gefangenen in Deutschland wirklich nicht gut genug bewacht? Droht uns eine Ausbruchswelle?

Knackis wollen nicht als Monster zurück in die Freiheit

Keine Sorge. Die Schlagzeile «Knackis fordern mehr Wärter» haben die Gefangenen selbst ausgerufen. Sie brauchen tatsächlich mehr Personal im Knast, vor allem aber mehr Aufmerksamkeit und eine bessere Lobby. Bei ihrem Schrei nach Wärtern geht es vor allem um mehr Sozialarbeiter und Psychologen, die sie während ihrer Resozialisierung im Gefängnis begleiten: Damit sie nicht als abgewrackte Monster zurück in die Freiheit entlassen werden.

Wenn Sie wissen wollen, was Gefangene bewegt, lesen Sie unsere news.de-Reportage aus der Knast-Redaktion.

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