Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - 09.01.2014, 11.37 Uhr

Sexy oder krank?: Die «Bikini Bridge» als neuer Magertrend im Social Web

Von einer perfekten Bikini-Figur träumt wohl jede Frau. Doch im Internet bricht sich derzeit ein Schönheitstrend Bahn, der vielen zu weit geht. Die «Bikini Bridge» propagiert einen möglichst flachen, knochigen Bauch und findet immer mehr Fans.

Die Hüftknochen stehen hervor, der Bauch fällt ein, so dass der Bund des Bikinihöschens leicht abhebt: So sieht die perfekte «Bikini Bridge» aus. Der Social-Media-Trend greift auf Facebook, Twitter, Instagram und Tumblr immer mehr um sich. Frauen räkeln sich in ihren Zweiteilern am Strand und posten Bilder Selfies von ihrem Bauch - je flacher, desto besser.

Auf Facebook hat eine entsprechende Gruppe bereits 1.250 Mitglieder. Auch über den Twitter-Kanal @bikinibridge14 werden Fans des Trends regelmäßig mit Bildern versorgt. «Dedicated to the hot and sexy Bikini Bridge! Showing off the efforts of hard work and dedication! (Der heißen und sexy Bikini Bridge gewidmet, um das Ergebnis harter Arbeit zu zeigen)», heißt es dort.

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Tipps zum Abnehmen und perfekten Posen inklusive

Besonders viel Lob erhalten solche Schnappschüsse, die tiefe Einblicke gewähren. Je weiter das Bikinihöschen vom flachen Bauch absteht, desto tiefer kann der Blick schweifen. Das Twitter-Profil gibt es erst seit dem 5. Januar 2014. Doch schon jetzt zeigt es Hunderte Fotos, an denen sich 328 Follower - Tendenz steigend - ein Beispiel nehmen.

Die Verfechter der «Bikini Bridge» bestreiten, den Magerwahn zu unterstützen. Doch viele der Fotos sprechen eine andere Sprache. In manchen Tweets wird zum Abspecken aufgerufen, in anderen gibt's Tipps, wie frau sich für die perfekte «Bikini Bridge» am besten in Pose schmeißt.

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zurück Weiter Heidi Klum (Foto) Foto: news.de-screenshot (instagram.com) Kamera

«Bikini Bridge» löst «Thigh Gap» als Magertrend ab

Natürlich lässt sich dabei gehörig schummeln: Wer sich flach auf den Rücken legt, den Bauch einzieht und den richtigen Kamerawinkel erwischt, kann getrost ein paar Kilos wegmogeln. Und dennoch: Ein gesundes Körperbewusstsein vermittelt dieser Trend nicht gerade.

Deshalb vergleichen ihn viele auch mit der «Thigh Gap», ebenfalls ein Social-Media-Phänomen, das der Oberschenkellücke huldigt. Es sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen und versetzte Fitnessexperten in Alarmbereitschaft. Denn die meisten Frauen müssen extrem hungern, damit ihre Oberschenkel sich nicht berühren.

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Ist alles nur eine Posse, die aus dem Ruder läuft?

Ob auch die «Bikini Bridge» eine solche Reichweite erzielen wird, bleibt abzuwarten. Laut den Twitter-Analysen von topsy.com wurde der Hashtag #bikinibridge seit seiner Lancierung bereits über 5.000 Mal verwendet. Beachtlich für ein Projekt, dass laut «DailyDot.com» durch die Website «4chan.org» bewusst ins Leben gerufen wurde.

Die Macher wollten damit angeblich Anhänger und Gegner des Magerwahns aufeinander hetzen und streuten deshalb entsprechende Bilder und Kommentare über Fake-Accounts. Nun hat der Trend die offenbar gewünschte Eigendymanik entwickelt und echte Fans gewonnen. Dass er für einige von ihnen durchaus gefährlich werden kann, nehmen die Initiatoren in Kauf.

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fro/news.de

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