Drogenrausch im Tierreich: Kugelfische machen Delfine high!

Delfine gelten als clever, sozial und intelligent - doch offenbar sind die possierlichen Meeressäuger auch einem kleinen Rausch nicht abgeneigt. Wie ein Naturfilmer jetzt beobachtet hat, wissen die schlauen Tiere genau Bescheid, wie sie mit Hilfe von Kugelfischen high werden!

Possierlich und clever: Delfine gelten nicht nur als schlaue Meeressäuger, sie wissen auch, welche Substanzen sie high machen. Bild: dpa/Daniel Karmann

Kugelfische gelten nicht nur in der japanischen Küche als Delikatesse, auch Delfine scheinen die Meeresbewohner sehr zu schätzen - allerdings nicht als Nahrung, sondern als Droge! Der Naturfilmer John Downer hat bei den Filmarbeiten zu seiner Dokumentation «Dolphins - Spy In The Pond» beobachtet, wie die cleveren Meeressäuger Kugelfische ganz gezielt dazu benutzen, um sich zu berauschen.

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Der Kick des Kugelfischs

Das Gift, das Kugelfische bei Gefahr absondern, heißt Tetrodotoxin und ist bereits in kleinen Dosen tödlich - das wissen auch Delfine auf der Suche nach dem Kick. Sie nehmen den Meeresmitbewohner ganz vorsichtig ins Maul und stupsen ihn sanft herum - gerade intensiv genug, dass das runde Meerestier sein Nervengift absondert, jedoch nicht so stark, dass der Kugelfisch verletzt wird und dadurch viel Tetrodotoxin absondert.

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Junge Delfine auf der Suche nach dem Rausch

Sind die Delfine erst einmal high, scheinen sie in anderen Sphären zu schweben. Rob Pilley, der die Filmarbeiten als Zoologe wissenschaftlich betreute, beschreibt es wie eine Hypnose, die die Tiere in ihren Bann zieht. Demnach treiben die zugedröhnten Delfine schlaff an der Wasseroberfläche und erwecken den Eindruck, sie seien von ihrem Spiegelbild fasziniert. Downer hat das Phänomen übrigens nur bei jungen Delfinen beobachtet - ältere Tiere scheinen das Interesse am Kugelfisch-Rausch verloren zu haben.

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Auch andere Tiere stehen auf Drogen

Der Drogenkonsum im Tierreich scheint sich jedoch nicht nur auf Delfine zu beschränken: Auch Strumpfbandnattern sind dafür bekannt, zu Rauschzwecken das Gift zu sich zu nehmen. Allerdings laben sich die Schlangen dafür an Giftmolchen, die ebenso wie Kugelfische Tetrodotoxin absondern. Der Effekt ist ähnlich wie bei zugedröhnten Delfinen: Die Tiere bewegen sich langsamer und träger und zeigen sich Feinden gegenüber weniger ängstlich.

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loc/news.de

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