Transsexuell: Wie Kerstin zum Mumu-Mann wurde

Im falschen Körper zu leben, ist eine Last, die viele Menschen mit sich tragen. Einige werden ihrer nie Herr, andere wagen den Schritt zur Transition - wie Dorian. Er wurde als Kerstin geboren, lebt aber seit 2010 offiziell als Mann. Doch den finalen Schritt scheut er.

Für Dorian ist es «ein tolles Gefühl», jeden Morgen vor dem Spiegel zu stehen und sich zu rasieren. Was für gewöhnliche Männer selbstverständlich ist, war für den Wahlmünchner ein lebenslanger Kampf. Denn der 49-Jährige ist transsexuell. 1964 wurde er als Kerstin geboren, erst ein halbes Leben später kann er als das Leben, was er sein will: ein Mann. In der Doku «Ich bin jetzt Mann. Punkt!» (Bayerisches Fernsehen) schildert er den schweren Weg zur Selbsterkenntnis.

Schon mit sechs wollte Dorian einen Kurzhaarschnitt, berichtet er dort: «Ich war immer der Bub!» Er habe lieber mit Matchbox-Autos als mit Barbies gespielt, lieber den Fußball springen als den Puppenwagen vor sich her rollen lassen. Sein Hang zum Männlichen wird vor allem in der Pubertät zur Last. Die Frauwerdung - erste Periode, erster BH - entwickelt sich für Dorian zum Albtraum.

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Abscheu vor dem Körper führt zur Magersucht

«Das war einfach furchtbar», sagt er noch heute. Mit seinen Gefühlen war er damals - in den 1970er Jahren - allein, vor allem aber hilfslos: «Ich hatte weder Ahnung von Homosexualität noch von Transsexualität. Das waren keine Themen, die damals diskutiert wurden.» Auch als er während seiner Ausbildung erste Gefühle für eine Frau hegt, ist er überfordert - auch weil er seine eigene Weiblichkeit so sehr verabscheut.

Um weibliche Signale zu unterdrücken, isst Dorian nichts mehr, schlittert in die Magersucht und wiegt am Ende nur noch 36 Kilo - eine lebensgefährliche Situation. Doch er entscheidet sich zu kämpfen. In München - befreit von der Enge des Dorfes und dem Elternhaus - macht er als Jurist Karriere beim ADAC. «Ja, und irgendwann war mir wirklich klar: Ich bin lesbisch.»

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11 Kommentare
  • Sebastian

    02.12.2013 15:27

    Mumumann? Diese Wortschöpfung gehört zum Unwort 2013 erklärt, dem dafür verantwortlichen 'Journalist' der Bleistift entzogen. Was kommt als nächstes? Das Schokomodel Naomi Campbell?

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  • david

    02.12.2013 11:35

    Dieser Beitrag wurde entfernt, da er gegen die Kommentar-Richtlinien verstößt.

  • david

    02.12.2013 10:48

    "Mumumann" - darf ich erfahren welche/r ach so kreative Redakteur/in sich das ausgedacht hat? Dann denke ich mir auch mal was Lustiges aus für diese Person... Ich bitte um Rückantwort per Mail.

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