Rathaus Ingolstadt Stalker nimmt zwei Geiseln

Ingolstadt
Geiselnahme im Rathaus
Video: dpa

200 Polizisten belagern den Rathausplatz von Ingolstadt: Im Rathaus hat ein bewaffneter Mann zwei Menschen als Geiseln genommen. Der Täter ist ein vorbestrafter Stalker, unter den Geiseln ist die von ihm verfolgte Frau. Angela Merkel sagte einen Wahlkampfauftritt ab. Nach einem Nervenkrieg konnte die Polizei die Geiselnahme am frühen Abend beenden.

Ein bewaffneter Stalker hat bei einer Geiselnahme im Ingolstädter Rathaus zwei Männer und eine Frau stundenlang festgehalten. Der vorbestrafte 24-Jährige soll der Rathausmitarbeiterin seit längerem nachgestellt haben. Am Montagmittag kam eine der Geiseln, Ingolstadts Dritter Bürgermeister Sepp Mißlbeck, nach Verhandlungen frei.

Am frühen Abend konnte die Polizei auch die beiden weiteren Geiseln unverletzt befreien, der Geiselnehmer wurde leicht verletzt. Den ganzen Tag über war dasRathaus von Polizisten abgeriegelt, mehr als 200 Beamte waren im Einsatz.

Stalker hatte Hausverbot im Rathaus

Der Täter habe wegen des Stalkings der Mitarbeiterin Hausverbot im Rathaus gehabt, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vor Ort. In den vergangenen Wochen sei der Konflikt eskaliert, nachdem der Mann gegen das Hausverbot verstoßen habe. «Der Begriff Stalker erscheint mir etwas verharmlosend, weil er doch eine ganze Liste von Vorstrafen hat, die weit über das hinausgeht, was man als Stalking bezeichnet», sagte Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU) über den 24-Jährigen. Er sei wegen Körperverletzung und Bedrohungsdelikten bekannt.

Merkel sagt Wahlkampfauftritt ab

Ein Wahlkampfauftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) direkt vor dem Rathaus wurde wegen der Geiselnahme abgesagt. Die CDU-Chefin sollte um 17.00 Uhr mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) direkt auf dem seit dem Morgen weiträumig abgesperrten Rathausplatz auftreten.

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jag/news.de/dpa