Boston-Bomber Friedhöfe verweigern Begräbnis

Terror in den USA
Boston Marathon wird zum Lauf des Schreckens

Vor fast drei Wochen detonierten die tödlichen Bomben in Boston. Noch immer liegen die Nerven vieler Amerikaner blank. Jetzt gibt es zudem Probleme, für einen den auf der Flucht gestorbenen Tatverdächtigen ein Grab zu finden. Die Friedhöfe verweigern den Dienst.

 

Mehrere Friedhöfe in den USA weigern sich, die Leiche des getöteten mutmaßlichen Bombenlegers von Boston aufzunehmen. Die bislang angefragten Verwaltungen der Ruhestätten im Umkreis der US-Metropole hätten ihm abgesagt, erklärte der zuständige Leichenbestatter Peter Stefan der Lokalzeitung Boston Globe (Sonntag).

Er werde aber eine Lösung finden, die dem Wunsch der Familie nach einer Beerdigung in der Nähe der Stadt nach muslimischem Brauch entspreche: «Wenn man mich gebeten hätte, Adolf Hitler zu begraben, hätte ich ihn begraben. Das ist unsere Aufgabe», sagte Stefan der Zeitung.

Zugleich bestätigte das US-Heimatschutzministerium, dass Einreisebestimmungen für ausländische Studenten verschärft werden. Im Kern gehe es darum, dass Pass- und Zollbeamte schneller Informationen über einreisende ausländische Studenten erhalten. Es solle verhindert werden, dass junge Menschen einreisen, die ihr Studium aufgegeben haben. Vor wenigen Tagen waren unter anderem zwei ausländische Studenten festgenommen worden, die nach dem Bombenanschlag belastendes Material der Tatverdächtigen weggeschafft haben sollen. Einer von ihnen hatte ein abgelaufenes Studentenvisum.

Ehefrau weiter im Visier

Der als Terrorist verdächtigte Tamerlan Zarnajew war wenige Tage nach den Explosionen an der Marathonstrecke auf der Flucht vor der Polizei ums Leben gekommen. Gerichtsmediziner kamen zu dem Schluss, dass der 26-Jährige an Schuss- und Aufprallverletzungen starb, wie Medien aus einem Bericht zitierten. Nach Polizeiangaben war er von seinem jüngeren Bruder Dschochar während der Verfolgsjagd überfahren worden. Tamerlans Familie habe aber eine zweite, unabhängige Obduktion gefordert, da sie den Angaben der US-Behörden nicht vertraue.

Bei dem Anschlag am Ziel des Boston-Marathons waren am 15. April 2013 drei Menschen getötet und weit mehr als 200 verletzt worden. Tamerlan und Dschochar Zarnajew sind die einzigen Tatverdächtigen. Der jüngere Bruder sitzt schwer verletzt in Haft. Die beiden studierten in den USA und haben Wurzeln in Tschetschenien.

Eine Stadt unter Schock
Bombenterror beim Marathon in Boston
Video: afp

Unterdessen ist die Ehefrau des älteren Bruders weiter im Visier der Ermittler. Auf ihrem Computer seien Dateien gefunden worden, die vom Terrornetzwerk Al-Kaida stammen - unter anderem die Anleitung zum Bau einer Bombe, wie die Brüder sie benutzten. Allerdings seien die Behörden nicht sicher, wer die Dateien tatsächlich heruntergeladen habe. Der Anwalt der 24-Jährigen beharrt darauf, dass sie keine Ahnung von den Plänen ihres Mannes hatte.

Sind Sie schon Fan von news.de auf Facebook? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

boi/news.de/dpa