Bank in Berlin Geiselnahme nach zehn Stunden beendet

Gladbeck, Beslan & Co.
Spektakuläre Geiselnahmen
Spektakuläre Geiselnahmen (Foto) Zur Fotostrecke

Die Geiselnahme in einer Berliner Bank ist nach zehnstündigem Nervenkrieg unblutig zu Ende gegangen. Der Täter wurde festgenommen. Der Mann hatte aufgegeben, die Geisel freigelassen und kam von sich aus aus der Bank.

«Die Taktik der Polizei ist aufgegangen», sagte Polizeisprecher Stefan Redlich nach einem fast zehnstündigen Nervenkrieg mit dem Täter. Nachdem die Beamten stundenlang mit dem Mann verhandelt hatten, gab er in der Nacht auf und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Das Opfer sei zwar offenbar körperlich unverletzt. «Aber natürlich ist das eine psychisch belastende Situation», sagte der Polizeisprecher. Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes gingen unmittelbar nach Ende der Geiselnahme in die Bank im Stadtteil Zehlendorf, um zu überprüfen, was für Waffen der Täter bei sich hatte. Der Festgenommene sollte direkt ins Landeskriminalamt gebracht werden, er werde vermutlich aber erst am Samstag vernommen und dann aller Voraussicht nach dem Haftrichter vorgeführt.

Forderung: eine Million Euro

Der Mann hatte am Freitag gegen 15.50 Uhr einen 40 Jahre alten Bank-Angestellten in seine Gewalt gebracht. Weitere etwa 20 Menschen konnten aus dem Gebäude entkommen. Mehr als 300 Polizeibeamte hatten das Gebäude und die Umgebung der Bank daraufhin abgesichert. Die Bild beschreibt den Mann als einen 20 Jahre alten Deutschen, der eine Million Euro gefordert habe. Er soll gedroht haben, die Bank in die Luft zu sprengen. Kurz vor Mitternacht soll er mit einem Staatsanwalt telefoniert und «politische Immunität» gefordert haben. Dann wolle er «alles beenden», schreibt Bild.

Nach stundenlangen Verhandlungen per Telefon kam gegen 1.20 Uhr am Samstagmorgen schließlich Bewegung in die Szenerie, als mehrere Polizeiwagen mit Blaulicht in das abgesperrte Areal fuhren. Kurz darauf wurde das Ende der Geiselnahme verkündet. Zwischenzeitlich hatte die Polizei den Geiselnehmer und sein Opfer mit Essen versorgt, bestätigte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Weitere Einzelheiten zum Ablauf der Verhandlungen gab es zunächst nicht. «Eine brenzlige Situation war es aber bis zum Schluss», sagte der Sprecher. Immerhin habe der Mann einen Menschen in seiner Gewalt gehabt.

Zuletzt hatte es nach Polizeiangaben im Jahr 2003 eine Geiselnahme in Berlin gegeben. Damals war ein Bus gekapert worden. In Berlin-Zehlendorf hatte sich außerdem 1995 der bislang spektakulärste Banküberfall mit Geiselnahme in der Hauptstadt ereignet. Damals stürmten vier Männer mit Maschinenpistolen die Commerzbank-Filiale in dem Stadtteil und nahmen 16 Geiseln. Die Räuber entkamen durch einen selbst gegrabenen Tunnel. Die Geiseln blieben unverletzt.

Sind Sie schon Fan von news.de auf Facebook? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

jag/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig