USA Wieder Tote durch Schießerei

Massaker an US-Schule
«Unsere Herzen sind gebrochen»
Polizisten evakuieren Kinder aus der Grundschule. (Foto) Zur Fotostrecke

Die US-Amerikaner trauern um die Opfer von Newtown, da gibt es wieder Tote. Ein Mann hat drei Menschen und sich selbst erschossen. Derweil wächst in der Bevölkerung der Wunsch, den Umgang mit Waffen einzuschränken. Senatoren und der US-Präsident wollen entsprechende Initiativen starten.

Im Bundesstaat Colorado erschoss nach Angaben der USA Today ein Mann am Dienstag drei Menschen, bevor er sich dann selbst tötete. Die Hintergründe der Tat in einem Wohnmobil-Anlage bei Longmont blieben zunächst unklar.

Der Zeitung zufolge empfing die Polizei am frühen Morgen einen Notruf. Eine Frau habe hastig eine Adresse genannt, dann sei ein «Nein, Nein, Nein» gefolgt von Schüssen zu hören gewesen, zitierte die Zeitung einen örtlichen Sheriff. «Dann nimmt ein Mann den Hörer auf und sagt, dass er sich selbst töten werde. Danach fällt ein weiterer Schuss.»

Unterdessen spricht sich laut einer Umfrage eine deutliche Mehrheit der US-Bevölkerung für Beschränkungen im Umgang mit Waffen aus. In Washington äußerten mehrere Senatoren ihre Bereitschaft, über Verschärfungen zu verhandeln. Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein kündige für Januar einen neuen Vorstoß im Kongress für ein Verbot von Sturmgewehren an. Adam Lanza, der Schütze von Newtown, hatte bei seinem Amoklauf eine solche Waffe benutzt. Er gab nach Polizeiangaben mehrere hundert Schüsse ab, seine Opfer wiesen jeweils bis zu elf Schusswunden auf.

Auch Präsident Barack Obama tritt für ein Verbot von Sturmgewehren ein. Obama würde Feinsteins Gesetzesinitiative unterstützen, sagte sein Sprecher Jay Carney vor Journalisten. Der Präsident befürworte auch Maßnahmen, mit denen Schlupflöcher bei Überprüfungen vor Käufen auf Waffenshows geschlossen würden. Carney bekräftigte zugleich, dass es nach Auffassung des Präsidenten mit strengeren Waffengesetzen allein nicht getan sei. Es gebe «verschiedene Wege», die erkundet werden müssten. Dazu gehörten Verbesserungen bei der Fürsorge für Menschen mit geistigen Störungen.

Nach US-Amoklauf
Obama nimmt Waffenrecht ins Visier
Video: afp

Seit Jahren hat es in den USA praktisch keinen Vorstoß für schärfere Waffengesetze gegeben - sie hätten sich im Kongress auch kaum durchsetzen lassen. Nicht nur die meisten Republikaner waren dagegen, sondern auch viele Demokraten. Das lag auch zum Teil am Druck der NRA (National Rifle Organisation), der mächtigen Organisation der Waffenlobby, die vier Millionen Mitglieder hat.

Der ansonsten höchst aktive Verein ist nach dem Schulmassaker vier Tage lang auf Tauchstation gegangen. Nun erklärte die NRA, die Mitglieder seien schockiert und tieftraurig über die Nachricht von «diesen entsetzlichen und sinnlosen Morden». Die NRA versicherte, sie wolle dazu betragen, solche Gewalttaten in Zukunft zu verhindern. Am Freitag soll es eine Pressekonferenz geben.

Joe Manchin, Senator des US-Bundesstaates West Virginia und langjähriges NRA-Mitglied, sagte am Montag, das Schulmassaker habe ihn nachdenklich gemacht. Es sei nun Zeit, über ein Verbot von Sturmgewehren zu sprechen. Ähnlich äußerte sich auch Senator Mark Warner aus Virginia, ebenfalls begeisterter Jäger und Waffenbesitzer.

Entsetzen in Connecticut
Schulmassaker in den USA
Video: afp

ham/news.de/dpa/dapd

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