«Unliebsame Wahrheiten» Das läuft in Deutschland schief

Leben in Deutschland
Kuriositäten und traurige Fakten
Ohne Zuwanderung sterben wir Deutschen innerhalb von 300 Jahren aus. (Foto) Zur Fotostrecke

Juliane ZiegengeistVon news.de-Redakteurin
«Überall lauern Lug und Trug» urteilt Jan Kluge in seinem Buch Unliebsame Wahrheiten. Dagegen will er ankämpfen - mit 266 Fakten, die sonst gerne verschwiegen oder schöngeredet werden. Sie überraschen, schockieren, machen nachdenklich. News.de hat eine Top 20 zusammengestellt.

Kurios, traurig oder kaum zu glauben: Die Fakten, die Autor Jan Kluge in seinem Buch Unliebsame Wahrheiten - Was Politik, Wirtschaft und Medien uns verschweigen versammelt, sind alarmierend. 266 solcher unliebsamen Wahrheiten listet der studierte Politikwissenschaftler und Psychologe auf - um das zu Tage zu fördern, was Politiker, Unternehmer und Medien sonst nur allzu gerne verschleiern, wie er schreibt.

Hier der direkte Weg zum Buch.

Es sind Fakten, die aktuelle Debatten aufgreifen, wie etwa die um Peer Steinbrücks Nebeneinkünfte. So zitiert Kluge eine Studie, die belegt, dass Politiker im Durchschnitt zwischen 20.000 und 30.000 Euro mehr verdienen als Manager in der freien Wirtschaft. Und das, obwohl sich unsere Volksvertreter immer wieder gern darauf berufen, deutlich weniger zu verdienen als eben solche Manager. Auch die Energiewende, das Rentensystem, die Asylpolitik und das Bildungswesen kommen beim Faktencheck nicht gut weg.

Vieles, worüber Kluge schreibt, dürfte den meisten Deutschen bereits bekannt und kaum noch einen Aufreger wert sein. Etwa, dass die Riester-Rente sich vor allem für die Finanzbranche bezahlt macht, Produkte mit dem Label «Made in Germany» gar nicht in Deutschland hergestellt sein müssen oder Bio-Lebensmittel im großen Stil gefälscht werden. Entsprechend oft etappt sich der Leser bei dem, was Kluge gleichsam kritisiert: «Alles wird brav geschluckt und beiseitegeschoben».

Dem will er entgegenwirken, den Menschen die Augen öffnen. Folgerichtig bedient er sich Zahlen, die allein aufgrund ihres Ausmaßes schockieren. Hier ein paar Beispiele: Um sage und schreibe 780 Prozent hat sich Ökostromumlage seit ihrer Einführung für Verbraucher erhöht. Spuren von 100 Medikamenten befinden sich in unserem Leitungswasser. Über 100 Milliarden Euro kosten unmotivierte Mitarbeiter die Wirtschaft jedes Jahr. Und bei der Lohn-Diskriminierung von Frauen belegt Deutschland den traurigen Spitzenplatz in Europa.

Da kommt unweigerlich die Frage auf, warum wir uns das eigentlich gefallen lassen. Und welche Lösungen es dafür gibt. Antworten darauf klingen in Unliebsame Wahrheiten nur an. Wohl aber hilft das Buch, auch so manche falsche Annahme wieder geradezurücken: Entgegen aller Alkoholexzesse, die regelmäßig durch die Medien geistern, trinken 90 Prozent der 11- bis 15-Jährigen gar keinen Alkohol. Doch darüber schreibt niemand. Auch nicht darüber, dass wir über einen vermeintlichen Ansturm von Asylbewerbern klagen, Deutschland tatsächlich aber, gemessen an der Einwohnerzahl, nur wenige Asylbewerber aufnimmt.

Der Autor präsentiert all das trotz vieler Zahlen und Statistiken keineswegs verwissenschaftlicht, sondern mit einer gehörigen Portion Zynismus. Selbstredend ist nicht jede unliebsame Wahrheit für bare Münze zu nehmen, sondern in einen größeren Kontext einzuordnen. Dennoch zeichnet Kluges Faktensammlung ein frustrierendes Bild der Realität in Deutschland, dass einem Angst und Bange werden kann. Nicht umsonst warnt der Autor schon im Vorwort: «Im Gegensatz zu Ihrem Zahnarzt kann ich Ihnen leider nicht versprechen, dass es nicht wehtun wird.»

Wer sich unserer Top 20 der unliebsamen Wahrheiten dennoch stellen will, kann sich durch unsere Fotostrecke klicken. Neben wirklich schauerlichen Fakten ist auch die ein oder andere Skurrilität dabei - versprochen!

Autorin: Jan Kluge
Titel: Unliebsame Wahrheiten - Was Politik, Wirtschaft und Medien uns verschweigen
Verlag: Redline Verlag
Umfang: 240 Seiten
Preis: 14,99 Euro
Erscheinungsdatum: bereits erschienen

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Bestes Zitat: «Die in diesem Buch enthaltenen Unliebsamen Wahrheiten sind nur die Spitze des Eisberges. In Wahrheit ist alles viel schlimmer.» (Jan Kluge)

kru/news.de

Leserkommentare (31) Jetzt Artikel kommentieren
  • DB
  • Kommentar 31
  • 12.08.2013 18:44

Fortsetzung Die Leute sind einfach die Arbeitsroutine nicht mehr gewöhnt und in vielen Bereichen ist das Wissen überholt. Wenn dann genug Leute da sind, die noch nicht so lange raus sind, werden die genommen. Und wenn man wg Mindestlohn solchen Leuten genausoviel zahlen muss, wie den Anderen, erst recht !

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  • DB
  • Kommentar 30
  • 12.08.2013 18:40

Antwort auf K5 Es lebe der Komunismus ! Für die Versager war der besser - für die Anderen halt nicht -------------------------------------------------------------------------------------------- Die Leute auf den Hartz-Ämtern haben auch das Problem, dass ihnen die Kosten davonlaufen. Wenn man Einem die Stütze kürzen kann, hat man wieder ein paar € gespart. Wo soll ich mich denn bewerben, wenn nix da ist ? Bei der Stadtverwaltung als Metzger ? Da wird dann viel Blödsinn gemacht. Aber in einem K wurde ja schon erwähnt, dass die AGs Langzeitarbeitslose als "Schrott" betrachten.

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  • hector
  • Kommentar 29
  • 05.12.2012 12:09

Wenn es in einer Region hundertausende Hartzer gibt, dann müssen Unternehmen angesiedelt werden, die etwas produzieren und Arbeitsplätze anbieten. Dies ist erste Aufgabe der Kommunal- und Landespolitik. Aus meiner Sicht sollte hier aber auch die Bundesregierung einreifen. In manchen Regionen wird Unternehmensansiedelung sehr vernachlässigt. Da denkt mancher, die Hartzer bekommen die Stütze und die bezahlt der Steuerzahler. Wichtig wäre auch die Möglichkeiten für Doppelverdiener einzuschränken, wenn dadurch anderen Erwerbsarbeit ermöglicht wird. Im Zeitalter der Globalisierung wird es uns bald nicht mehr möglich sein so viele Millionen Nichtstuer zu alimentieren.

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