Glücksrezept So wird der Tag perfekt

Ob Reformationstag oder Allerheiligen - heute oder morgen ruht die Arbeit. Das ist die Gelegenheit, einen perfekten Tag zu erleben. Zwei Forscher haben genau berechnet, wie viele Minuten Essen, Aktion und Liebe es dazu braucht. Eine kleine Prise Arbeit gehört auch dazu.

Minuten-Rezept: Das wird ein ganz perfekter Tag

Einfach mal den ganzen Tag nur Faulenzen. Das wünscht sich jeder ab und zu - zumindest, wenn er unter der Woche ein Drittel seiner Lebenszeit bei der Arbeit verbringt. Viele Arbeitslose hingegen wissen, dass ungewolltes Abhängen überhaupt nicht glücklich macht. Nur die Mischung bringt's, keine Frage. Zwei Wissenschaftler, einer aus Bremen, der andere aus dem US-Südstaat Georgia, wollten sich mit solchen Allgemeinplätzen nicht mehr zufrieden geben. Sie haben das Rezept für den perfekten Tag erforscht.

909 Frauen waren dabei ihre Versuchskaninchen. Sie sollten angeben, wie viel Tageszeit sie in den vergangenen Tagen mit welchen Aktivitäten verbracht hätten und wie sie diese empfunden hätten, berichten Christian Kroll und Sebastian Pokutta im Fachmagazin Journal of Economic Psychology. Die Daten wurden von den beiden entsprechend bewertet, gemischt und neu über die 1440 Minuten eines Tages verteilt. Fertig ist die Zutatenliste für den perfekten Tag - hier von uns für Sie aufbereitet. Nur die perfekte Abfolge muss sich jeder noch selbst zusammenstellen.

Auch das beste nur in Häppchen

Wer ob der weiblichen Probandengruppe nun einen Tag voller Schminken, Shoppen und Käffchentrinken mit der besten Freundin erwartet, hat sich getäuscht. Das Ergebnis ist sachlich und puristisch, und tatsächlich haben stichprobenartige Vergleichsstudien der beiden Forscher ergeben, dass die Grundmuster bei beiden Geschlechtern übereinstimmen. Dafür lässt das Rezept kaum Platz für individuelle Entfaltung - Musik machen, zeichnen, tanzen, stricken oder Gedichte schreiben müssen sich wohl in den Kategorien Entspannung (78 Minuten) oder Gebet/Meditation (73 Minuten) entfalten, und auch Sport (68 Minuten), Fernsehen (55 Minuten) oder Computer (48 Minuten) lassen sich individuell mit Leben füllen.

Unschlagbar dominiert den perfekten Tag allerdings die Romantik: 106 Minuten Zeit mit dem Partner halten die 909 Frauen für angemessen, das sind fast zwei Stunden. Dann ist es aber auch gut - das für Kroll und Pokutta auffälligste Ergebnis ist, dass auch die positiven Dinge nur in kleinen Häppchen über den Tag verteilt werden dürfen, damit das gute Gefühl anhält. Zwar sind im perfekten Tag nur 36 Minuten für Arbeit und 47 Minuten für Hausarbeit eingeplant, doch auch die Entspannung (78 Minuten) und die Treffen mit Freunden (82 Minuten) sollen irgendwann ein Ende haben.

Der Grund dafür sei eine Art Abnutzungs- oder Gewöhnungseffekt, erklären die Forscher: «Grob könnte man sagen: Das Vergnügen in der ersten Stunde einer Aktivität ist größer als das nach drei Stunden derselben Aktivität.» So könne ein Einkaufsbummel in der ersten Stunde viel Spaß machen, nach fünf Stunden verliere aber auch er seinen Reiz.

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Der perfekte Tag eignet sich perfekt für einen Feiertag

Dennoch ist der perfekte Tag leider nicht alltagstauglich. Mit nur 36 Minuten Arbeit pro Tag könne kaum jemand seinen Lebensunterhalt bestreiten, müssen auch Christian Kroll und Sebastian Pokutta zugeben. Daher eignet sich der Feiertag - heute als Reformationstag in protestantischen, am Donnerstag als Allerheiligen in katholischen Bundesländern - auch besonders gut dazu, das neue Rezept mal zu testen. 50 Minuten sind darin übrigens fürs Kochen vorgesehen.

Bevor der Tag in die Hose geht, hier noch eine letzte Anmerkung der Wissenschaftler: Sie warnen davor, den Zeitplan allzu ernst zu nehmen. Wer während der Entspannung die Stoppuhr in der Hand hält, schrammt leicht am Ziel vorbei. Und in Stress soll der perfekte Tag ja nicht ausarten.

iwi/news.de/dapd

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