Evolution im Gange? Tiere im Shoppingfieber

Schafe im Intersport
Eine Herde zottelt in den Sportladen...
Video: Youtube

Ein Pferd in der Tankstelle, Schafe im Sportgeschäft und der kleine Frischling im Kaufhaus-Schaufenster: In den vergangenen Tagen häufen sich Meldungen von Tieren auf Shoppingtour. Ein neues Phänomen, dem Mensch Rechnung tragen sollte?

Trottet ein Pferd in die Tankstelle. Kommt eine Schafherde ins Sportgeschäft. Steht ein Frischling im Schaufenster. Aber nein, das wird kein Witz. In den vergangenen sieben Tagen haben unterschiedliche Tierarten an verschiedenen Orten bewiesen, dass nicht nur in Menschen ein Shopping-Gen steckt. Allerdings wissen die Tiere noch nicht recht damit umzugehen.

Ein Tankwart in Regensburg bekam am Montag Besuch von einem Pferd. Es trottete gemächlich in den Verkaufraum, schaute sich um und zottelte wieder raus. Der Tankwart war unsicher, ob das so seine Ordnung hat, und rief die Polizei. Der Beamte hingegen verstand das Tier: «Es hat wohl nichts Gescheites gefunden, was sich zu kaufen lohnt.»

80 Schafe im Intersport

Ebenfalls ohne Tüten musste eine Schafherde in der vergangenen Woche einen Sportladen in Arlberg, Tirol, verlassen. Im Video lässt sich beobachten, wie die Tiere mit großer Selbstverständlichkeit ihrem Leithammel ins Geschäft folgen - vielleicht ist ja auch für sie was dabei im Sommerschlussverkauf. Mit rund 50 Schafen ist der Laden dann voll und für die Tiere kaum Platz, sich zwischen Skiern, Fahrrädern und Wanderschuhen zu orientieren. So begleiten sie ohne Protest ihren Hirten, der sie wieder aus dem Laden herauskommandiert.

Schafe im Intersport
... und wieder raus
Video: Youtube

Es heißt, das Leittier sei seinem eigenen Spiegelbild in der gläsernen Schiebetür in das Geschäft gefolgt.

Der Geschäftsführer zeigte sich auch in Arlberg wenig euphorisch über den neuen Kundenstamm. Die Tiere hätten Sonnenbrillen zerstört und Schmutz hinterlassen, sagte er den Medien. Doch weil bei Youtube so viele Leute über das Video lachten (und das vielleicht sogar einen kleinen Werbeeffekt für ihn hatte), lachte er ein paar Tage später auch mit.

Wildschweinchen im Schaufenster

Ganz allein unterwegs war hingegen ein kleines Wildschwein am vergangenen Dienstag in Ludwigshafen. Es wackelte ins Woolworth-Kaufhaus, geriet in dem fensterlosen Labyrinth jedoch gleich in Panik und landete schließlich unfreiwillig im Schaufenster - eine Szene, wie sie genau so der kleine Bär Paddington in dem gleichnamigen Kinderbuch erlebt. Und genau wie im Buch sammelte sich auch in Ludwigshafen eine Menschenmenge vor dem Schaufenster, die den kleinen Frischling ganz wahnsinnig machte.

Glücklicherweise fand sich wie schon in der Regensburger Tankstelle ein verständnisvoller Polizist, der das Tierchen einfing. «Wir haben das Tier dann gestreichelt und beruhigt», sagte die Polizeisprecherin. Das Tierrettungsfahrzeug der Feuerwehr holte das kleine Wildschwein ab und übergab es dem zuständigen Jagdpächter. «Ein besorgtes Muttertier war weit und breit nicht zu entdecken», heißt es im Polizeibericht.

Wenn sich die Vorfälle weiter häufen, sollte darüber nachgedacht werden, Verkaufsräume tiergerechter zu gestalten, um dem tierischen Shopping-Gen den Weg durch die Evolution zu ebnen.

Bruno, Kuno & Co.
Jedem Sommerloch sein wildes Tier

iwi/zij/news.de/dapd/dpa

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