Schlüpfrige Studien Forscher stehen auf Sex

Eine Sex-Studie jagt die nächste. Warum wir uns vor Sperma nicht ekeln, wie viele Männer schon am Arbeitsplatz sexuell aktiv waren und welche Signale ein simples rotes T-Shirt aussendet. Klar, Sex sells. Aber ist die Wissenschaft jetzt auch schon total versext?

Erotische Studien: Versexte Wissenschaft

Sex verkauft sich gut, das wissen die Werber, die Künstler, die Journalisten, und auch die Wissenschaftler sind ja nicht blöd. «Sexuelle Erregung senkt die Ekelgrenze» verkündeten niederländische Forscher in der vergangenen Woche der Öffentlichkeit. Wie häufig bei Wissenschaftsmeldungen durfte dies erst ab einer bestimmten Uhrzeit veröffentlicht werden - bei Nichtbeachtung wurde mit empfindlichen Einschränkungen in der Berichterstattung über US-Studien gedroht. Das wiederum ist ungewöhnlich.

Die Meldung sollte offenbar richtig einschlagen, und natürlich war sie überall zu lesen. Doch erst wenige Tage zuvor hatten wir erfahren, dass ein Fünftel der Männer schon mal Sex am Arbeitsplatz hatte, wie viel Prozent der Männer und Frauen gleich beim ersten Date aufs Ganze gehen würden und wie es sich auf die Leistung auswirkt, vor dem Sport Sex zu haben. Um nur einige der unzähligen Studien zu nennen, die uns in den vergangenen Monaten über unser aller Sexleben aufklärten. Irgendwann reicht es auch mal, sollte man meinen. Sind das nur billige Tricks der Wissenschaftler, sich ins Rampenlicht zu rücken?

Was soll der Hype um Sex-Studien?

Tatsächlich wird nur ein kleiner Teil solcher Studien von «echten» Wissenschaftlern durchgeführt. Frank Sommer, Professor für Männergesundheit am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf, hat zum Beispiel die Studie zu den Leistungssportlern durchgeführt - es ist nun einmal sein Forschungsgebiet: «Ich fand es schon immer spannend, wie Sexualität, Sport und Ernährung miteinander zusammenhängen», sagte er dem Hamburger Abendblatt.

Er kennt die «Sex Sells»-Erfahrung nur zu gut, «wenn ich jemandem erzähle, was ich beruflich mache, stehe ich immer im Mittelpunkt», sagte er in dem Interview. Darüber kann er nur schmunzeln. Viele Sex-Studien sind allerdings von Kondom-Herstellern, Gleitmittelfirmen, Partner-Portalen oder dem Playboy initiiert - wie Sie auch in unserer Fotostrecke sehen können - und basieren auf einer von einem Meinungsforschungsinstitut befragten, relativ kleinen Stichprobe. Da ist die Absicht klar.

In der echten Wissenschaft hingegen bringt es eine populistische Publikation mit Sex-Stempelchen nicht unbedingt weit, im Gegenteil - zwar herrscht auch hier inzwischen ein hoher Konkurrenzdruck, doch geht es noch erheblich konservativer zu als auf dem Boulevard.

zij/news.de

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Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Der immer seinen Nickname vergißt
  • Kommentar 4
  • 23.09.2012 14:35

Es wird doch nur geliefert, was gefragt ist : Die Frau sucht sich im normalen Leben nun mal den (Sex)Partner aus. Das ist geprägt von urzeitlichenSelektionsinstinkten und modernen Anforderungen an den Traumprinzen. Das gegenteilige Interesse und Balzverhalten der Männer prallt auf dieses Bollwerk und ist nicht mehr so erfolgreich. Also fragen sich die einen,warum so viele Zicken rumlaufen und die anderen, warums nur Frösche gibt. Da kommen jede Menge Studien zur Erforschung des Unerklärlichen nur recht. Die Ausführungen zur Auflösung des Dilemmas sprengen leider den hiesigen Rahmen.

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  • black.phoenix
  • Kommentar 3
  • 23.09.2012 13:53

Wie sangen Eisbrecher schon: "Wir sind zu schön, wir sind zu jung, unendlich geil, wir sind zu dumm... Wir sind zu schick, wir sind frivol, ein bischen High, ein bischen hohl..." Herzlich willkommen im Nichts.

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  • Elster
  • Kommentar 2
  • 23.09.2012 13:16

Ich mußte lachen : Vor dem Sport Sex haben . Mit 12 Jahren ging ich schon zu Wettkämpfen.Na wahrlich ,da hatte ich keine Sex.Wie ich ausgebildet wurde im Fach Sport ,na da hatte ich keinen Bock auf Sex.Als der Tag vorbei war ,da hatte man Sehnsucht nach dem Bett und schlief wie ein Murmmeltier .Schönen GRuß auch .

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