US-Mörder Keine Todesstrafe für Dicke

Eine Hinrichtung gilt als schlimmste Strafe überhaupt. Besonders qualvoll aber ist sie für Übergewichtige. Daher bittet ein 220-Kilo-Mörder aus Ohio, den Vollzug zumindest aufzuschieben. 1994 blieb einem Häftling in Washington die Todesstrafe wegen Fettleibigkeit ganz erspart.

Henkersmahlzeit: Die letzten Gelüste der Mörder

Ein zum Tode verurteilter Häftling hat in den USA um die Aufschiebung der Hinrichtung gebeten, weil er zu dick dafür sei. Ronald Post, der vor fast 30 Jahren in Ohio einen Hotelangestellten erschoss, wiegt fast 220 Kilogramm.

Seine Fettleibigkeit, der schlechte Zugang zu den Venen und andere gesundheitliche Probleme könnten bei der Hinrichtung zu «schweren physischen und psychischen Schmerzen» und einem «qualvollen und schleichenden Tod» führen, erklärten Anwälte von Post in einem Schreiben an das Gericht. Zudem sei er so schwer, dass ihn die Hinrichtungstrage möglicherweise nicht aushalte. Der 53-jährige Post soll am 16. Januar kommenden Jahres hingerichtet werden. Das Gefängnis äußerte sich nicht.

Henker brauchten zwei Stunden, um Vene für Gift zu finden

Das Gewicht eines Todeskandidaten war schon früher in den USA bei Hinrichtungen ein Thema. 2008 wiesen Gerichte einen ähnlichen Antrag wie den von Post im Fall des Doppelmörders Richard Cooey ab. Der 1,70 Meter große Cooey wog 121 Kilogramm und wurde am 14. Oktober 2008 hingerichtet. 2007 brauchten die Henker in Ohio bei einem Häftling fast zwei Stunden, um eine Vene für den tödlichen Medikamentencocktail bei Christopher Newton zu finden, der 120 Kilogramm wog. Eine Sprecherin des Gefängnisses erklärte damals, Grund für die Probleme sei das Gewicht des Häftlings gewesen.

Im US-Staat Washington bestätigte ein Richter 1994 zwar die Todesstrafe gegen Mitchell Rupe, aber er stimmte dessen Einwand zu, dass er mit einem Gewicht von 181 Kilogramm zu schwer sei, um gehängt zu werden. Es bestehe die Gefahr, dass er dabei enthauptet werde. Rupe hatte argumentiert, dass das eine grausame und ungewöhnliche Strafe wäre, die laut Verfassung verboten ist. Rupe wurde schließlich zu einer lebenslangen Haft verurteilt und starb 2006 im Gefängnis.

iwi/sca/news.de/dapd

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Leserkommentare (11) Jetzt Artikel kommentieren
  • Bibi
  • Kommentar 11
  • 20.09.2012 10:13

Also wenn schon überhaupt Todesstrafe, dann bitte auch konsequent! Jemanden wegen seiner Fettsucht zu "verschonen" ist erst recht ungerecht! Da muss ich meinen Vorredner unterstützen: kurzer Prozess mit Kopfschuss! Was bilden sich solche Mörder eigentlich ein? Die pochen auch Humanität? Zum Lachen!

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  • Notorius73
  • Kommentar 10
  • 19.09.2012 14:35

Töten ist falsch! Egal, wer es tut...

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  • New White Warlord
  • Kommentar 9
  • 19.09.2012 10:24

Kriminelle die von einem ordentlichen Gericht zum Tode verurteilt wurden sollten , nach angemessen langer Inhaftierung , in den U.S.A . zum Beispiel mehrere Jahre , auch ordnungsgemäss hingerichtet werden ! Argumente wie , der Verurteilte wäre physisch oder psychisch "zu krank" UM ZU STERBEN , kann ich nur als schlechten Witz betrachten ! Und wenn jemand , wie in diesem Fall " zu fett " ist um durch Gift oder Aufhängen zu sterben - EIN KOPFSCHUSS FUNKTIONIERT IMMER , IST PRAKTISCH SCHMERZLOS UND BILLIGER FÜR DEN STEURZAHLER ! ! ! New White Warlord

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