Nach Pansch-Skandal Tschechien verbietet Hochprozentiges

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20 Tschechen sind bereits gestorben, weil sie mit Methanol gepanschten Wodka oder Rum tranken. Die Politik reagierte und setzte kurzerhand ein Verbot für hochprozentigen Alkohol durch. Wer für den Pansch-Skandal verantwortlich ist, wird noch ermittelt.

Tschechien hat nach dem Tod von mindestens 20 Menschen den Verkauf hochprozentiger Alkoholgetränke im gesamten Land gestoppt. Die Todesopfer hatten mit dem hochgiftigen Methanol gepanschten Wodka oder Rum getrunken, die aufgrund krimineller Machenschaften in die Geschäfte gelangt waren. Nachbarland Polen reagierte ebenfalls und setzte die Einfuhr von Spirituosen aus Tschechien vorerst aus, wie das Gesundheitsamt in Warschau mitteilte.

Der tschechische Gesundheitsminister Leos Heger hatte das inländische Verbot bereits am Freitagabend im Fernsehen bekanntgegeben. Es umfasse alle Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Volumenprozent, gelte landesweit ab sofort und möglicherweise mehrere Wochen lang, hieß es. Auch Restaurants, Hotels und Verkaufsstellen über das Internet seien betroffen.

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«Ich will nicht sagen, dass es Panik auslösen soll, aber es soll wie ein Schlag wirken», sagte der Gesundheitsminister der Zeitung MF Dnes über das Verbot. Bereits wenige Milliliter Methanol reichen für eine Vergiftung mit Übelkeit und Sehstörungen bis hin zu Erblindung oder Tod.

Genaue Verteilkanäle und Hintermänner noch unklar

Bis zum Freitag waren 19 Menschen nach dem Konsum von mit Methanol verunreinigten alkoholischen Getränken ums Leben gekommen, Dutzende Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Kliniken in Südmähren und Mährisch-Schlesien meldeten am Samstag drei neue Vergiftungsfälle, darunter einen schweren. Am Sonntag starb ein 63 Jahre alter Mann. Die Ärzte behandeln derzeit mehr als 30 Patienten.

Die Polizei fahndet weiter nach der Quelle des giftigen Methanols und kontrollierte mehr als 10.000 Geschäfte. Knapp 20 Personen wurden bereits festgenommen, tausende Liter illegalen Alkohols beschlagnahmt. So stellten Beamte bei einer Razzia im südmährischen Zlin rund 500 Wodka-, Rum- und Obstbrandflaschen mit gefälschten Marken-Etiketten sicher. In Proben wurde ein hoher Gehalt des hochgiftigen Methanols festgestellt.

Gesundheitsminister Heger gab nach einer Sitzung des Krisenstabs in Prag jedoch keine Entwarnung. Es herrsche weiter Unklarheit über die Hintermänner und die genauen Verteilerkanäle der gefährlichen Alkoholgetränke.

Bis zu 123.000 Euro Strafe oder Gefängnis

Nach den Todesfällen waren in Tschechien Schnaps, Wodka und Rum über Nacht aus den Geschäften verschwunden. Das Verkaufsverbot wird bis auf wenige Ausnahmen eingehalten, bestätigte die Polizei am Samstag. Wer in Tschechien Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Volumenprozent zum Verkauf anbietet, dem droht nun eine Geldbuße von umgerechnet bis zu 123.000 Euro oder sogar eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren.

zij/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Finzl
  • Kommentar 2
  • 17.09.2012 12:04
Antwort auf Kommentar 1

Was für ein himmelschreiender Schwachsinn. Ich bin sogar dafür das Schnaps verboten wird, aber das Feierabend Bierchen zu verbieten weil dadurch die Chance besteht irgendwann heroinsüchtig zu werden? Ich frage mich was für Drogen du nimmst, aber nimm weniger davon.

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  • Lutz
  • Kommentar 1
  • 16.09.2012 12:51

Bei der Gelegenheit am besten gleich ganz verbieten. Wegen dem hohen Wirkstoffgehalt lässt sich Alkohol mit über 20% eh nicht mehr als Genussmittel bezeichnen. Deswegen muss jede Form von Alkohol mit mehr als 0,01% als harte Droge ins BtmG. Frei verfügbarer Alkohol öffnet Sucht und Abhängigkeit Tür und Tor! Gerade bei Jugendlichen! Der Staat darf sich hier nicht zum Dealer machen! Alkohol kann übrigens Psychosen auslösen und tötet Gehirnzellen. Nicht jeder der Alkohol trinkt, hängt irgendwann an der Nadel, aber jeder der Heroin spritzt hat mit Alkohol angefangen.

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