NSU-Terrorist Mundlos Sein Fahndungsfoto war im Tatort

NSU
Die Geschichte einer beispiellosen Terrorserie

Ein Fahndungsfoto des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos taucht im Tatort auf. «Bestien» heißt der Kölner Tatort aus dem Jahr 2001, in dem das reale Foto von Mundlos gezeigt wird. Im ARD-Krimi muss der Rechtsterrorist als Sex-Verbrecher herhalten. Die Produktionsfirma ist erstaunt.

Ein Fahndungsfoto des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos ist in eine Folge des Kölner Tatorts gelangt. Das 1998 vom Landeskriminalamt Thüringen veröffentlichte Bild ist in einer Szene der Episode «Bestien» aus dem Jahr 2001 auf einer gestellten Akte eines Sexualverbrechers zu sehen. Dies teilte die Produktionsfirma Colonia Media mit.

Die Produzentin des Films, Sonja Goslicki, reagierte erstaunt: «Ich bin fast vom Glauben abgefallen: Es ist Mundlos», sagte Goslicki Spiegel Online. Offenbar soll das Bild zufällig Teil der fiktiven Akte geworden sein. Zur Zeit des Drehs seien die Requisiten «im wahrsten Sinne des Wortes zusammen gebastelt worden», sagte Goslicki.

«Irgendwie» dort hineingeraten

Eine Praktikantin solle nach Angaben des damaligen Requisiteurs die «Phantasieakten» händisch aus Archivmaterial zusammen kopiert haben, hieß es. Das Foto des mutmaßlichen Rechtsterroristen Mundlos sei demnach «irgendwie» dort hineingeraten. Die junge Mitarbeiterin sei wohl davon ausgegangen, dass es sich um ein Foto eines Mitarbeiters gehandelt habe, so Goslicki dem Bericht zufolge. Normalerweise würde mit solchem Material keine gestellte Akte hergestellt.

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Der ARD strahlte den betreffenden Kölner Tatort erstmals am 25. November 2001 aus. Zu der Zeit sollen Mundlos und sein Komplize Uwe Böhnhardt bereits mehrere Morde begangen haben. Der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) werden bundesweit zehn Morde sowie zwei Sprengstoffanschläge zugerechnet. Die beiden mutmaßlichen Haupttäter Mundlos und Uwe Böhnhardt begingen nach Auffliegen der Zelle im November vergangenen Jahres Selbstmord.

jag/kls/news.de/dapd

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Guido Appel
  • Kommentar 1
  • 18.09.2012 12:31

Es ist unglaublich 10 jahre gemordet unter der aufsicht der Behörden! Als die junge Polizisten wahrscheinlich nur am falschen ort war , konnte der BND das nicht mehr kontrollieren einer war v-mann also keine Geldschwierigkeiten . Das ist noch nicht alles da kommt noch was! Kein Ende in sicht .

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