Terrorangst Berliner US-Konsulat evakuiert

Anschlagsangst in Berlin: Das Gebäude des US-Konsulats im Stadteil Dahlem ist geräumt worden, nachdem ein verdächtiges Päckchen aufgefallen war. Mehrere Personen klagten über Atemwegsprobleme. Zuvor hatten Demonstranten die US-Botschaft im Jemen angegriffen.

Ein Zwischenfall im US-Konsulat in Berlin hat einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Die Passstelle des Konsulats in Dahlem ist wegen eines verdächtigen Briefumschlags teilweise geräumt worden. Nach Angaben der Feuerwehr hatten drei Menschen plötzlich über Atemwegsprobleme geklagt.

Demnach hatte ein Man den Umschlag in der Visa-Abteilung abgegeben. Der Notruf sei gegen 11.15 Uhr eingegangen, sagte ein Sprecher, 50 Einsatzkräfte waren vor Ort. Schadstoff-Spezialisten überprüften, ob die Erkrankungen möglicherweise durch eine deponierte Substanz ausgelöst worden sein könnten, es sei aber nichts entdeckt worden.

Nach drei Stunden konnte die Einsatzstelle wieder geräumt werden. Drei Angestellte des Konsulats seien vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden.

US-Geheimdienste vermuten al-Qaida-Anschlag in Libyen

Zuvor hatten aggressive Demonstranten das Gelände der US-Botschaft im Jemen gestürmt und dort Autos in Brand gesteckt. Sicherheitsleute drängten die Angreifer zurück, die «Oh Prophet! Oh Mohammed» skandierten.

Die Aggressionen sind Reaktionen auf einen US-Film, in dem der Prophet Mohammed diffamiert wird, indem er unter anderem beim Sex zu sehen ist. In der Nacht zum Dienstag war das US-Konsulat in Bengasi (Libyen) angegriffen und der US-Botschafter Christ Stevens getötet worden. US-Sicherheitskreise vermuten das Terrornetzwerk al-Qaida hinter den Gewaltexzessen. Auch in Kairo wid seit Dienstaganacht im Umkreis der amerikanischen Botschaft randaliert.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat den tödlichen Angriff auf Amerikas Botschafter scharf verurteilt. Wir hinter diesem Anschlag steckt, wolle die Freiheit des Landes zerstören, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek. Die Täter verteidigten damit in keinster Weise die Ehre des Propheten.

Beobachter befürchten, dass die Ausschreitungen mit dem Freitagsgebet auf weitere Länder in der islamischen Welt übergreifen. Die USA schickten Medienberichten zufolge neben einer Einheit von Elitesoldaten auch zwei Kriegsschiffe in Richtung Libyen.

zij/news.de/dapd/dpa

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