Per Gesichtstemperatur Software identifiziert Betrunkene

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Zwei griechische Forscher haben ein einfaches Testsystem entwickelt, mit dem sich Betrunkene identifizieren lassen: Man nimmt mit einer Wärmebildkamera das Gesicht des Betroffenen auf und lässt eine Software die Temperatur von Nase und Stirn vergleichen.

Ist sie ähnlich hoch, ist der Fotografierte mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nüchtern. Ist jedoch die Nase deutlich wärmer als die Stirn, hat der Betroffene vermutlich Alkohol getrunken.

Das System könnte überall dort eingesetzt werden, wo Betrunkene eine Gefahr für sich und andere darstellen, sagen die Forscher. Auch für Notärzte und Sicherheitskräfte könnte es sich als nützlich erweisen. Georgia Koukiou und Vassilis Anastassopoulos von der Universität von Patras stellen ihre Arbeit im Fachblatt International Journal of Electronic Security and Digital Forensics vor (Bd. 4, S. 229).

Normale Kameras hätten für eine automatisierte Vermessung von Gesichtern den entscheidenden Nachteil, dass die Bilder stark von den Lichtbedingungen abhängen und sich daher nur sehr schwer vergleichen lassen, erläutern die beiden Physiker. Deswegen setzten sie bei ihrem System auf Infrarotkameras, mit denen sich die Temperatur von Objekten darstellen lässt und die unabhängig von der Außenbeleuchtung arbeiten. Mit einer solchen Kamera fotografierten sie 20 Probanden, während diese sich im Namen der Wissenschaft mit jeweils vier Dosen Bier einen Rausch antranken. Anschließend analysierten sie, wie sich die Temperaturverteilung in den Gesichtern während des Trinkens veränderte.

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Die Nase wärmt sich besonders stark auf

Die Idee dahinter: Wenn der Alkohol die Blutgefäße an bestimmten Stellen im Gesicht stärker weitet als an anderen, sollte sich das durch eine typische Temperaturzunahme in diesen Bereichen zeigen. Daher definierten die Forscher 40 kleine Quadrate auf den Gesichtern der Probanden, deren Temperaturwerte sie in Relation zueinander setzten. Tatsächlich wurde das Gebiet rund um die Nase und den Mund umso wärmer, je mehr die Probanden tranken, während die Stirn ihre Temperatur kaum veränderte.

Die Wissenschaftler halten viele Anwendungen für ihr System für möglich: So könnte es beispielsweise in automatisierten Systemen in Autos eingesetzt werden, um Betrunkene vom Fahren abzuhalten. Auch die Polizei könnte davon profitieren, wenn sie große Menschenmengen in öffentlichen Gebäuden oder auf Plätzen überwache. Ebenso sei der Einsatz durch Sicherheitspersonal in Bars und Kneipen denkbar, sagen die Forscher. Schließlich könnte das System auch bei der Notfallrettung hilfreich sein, um Ärzte schnell über eine mögliche Alkoholvergiftung zu informieren. Allerdings sollten die Daten lediglich als Hinweis auf einen möglichen Alkoholkonsum dienen, betonen Koukiou und Anastassopoulos - eine Messung mit einem Testgerät könnten sie nicht ersetzen.

wam/news.de/dapd

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