Ängste-Studie 2012 Die Euro-Angst ist hausgemacht

Es ist eine Krise, die schon viel zu lange dauert und vor der die Deutschen gerade deshalb mehr und mehr Angst haben. Dabei ist es nicht einmal die Euro-Krise selbst, die uns das Fürchten lehrt, sondern vielmehr die Ohnmacht der Politik.

Ängste-Studie 2012: Die Angstmacher der Deutschen

Krankheit, Terror, Naturkatastrophen - vor diesen Dingen hatte eine Mehrheit der Deutschen einmal Angst. Doch dann kam die Eurokrise. Sie beherrscht nicht nur die Schlagzeilen, sondern belastet auch das Nervenkostüm. Der jährlichen Ängste-Studie der R+V Versicherung zufolge ist die Furcht vorm Ausverkauf Europas, vor der Kapitulation der Verantwortlichen, vor dem Euro-Loch im eigenen Geldbeutel so groß wie selten zuvor. Da stehen sogar persönliche Sorgen wie die um Job und Gesundheit hinten an.

Es sind globale Themen wie Wirtschaft, Finanzen und Politik, die die Deutschen umtreiben und scheinbar alles andere überschatten. Das liegt nicht nur daran, dass es vor vier Jahren tatsächlich zu einer Schuldenkrise kam, die seither grassiert und in vielen Ländern mit einer Wirtschaftskrise einhergeht. Es liegt auch am Umgang der Politik mit dieser Krise. Und der ist als konfus, ja fast ohnmächtig zu bezeichnen. Nicht umsonst traut eine Mehrheit der Befragten ihren politischen Vertretern weder auf europäischer noch auf nationaler Ebene zu, die vorhandenen Probleme zu lösen.

Die hohen Angstwerte sind also vielmehr Folge des fehlgeschlagenen Schuldenkrisenmanagements als der Krise selbst. Es sind die immer wieder schwelenden parteiinternen Streitereien - Griechenland raus, ja oder nein -, ein fehlender Kurs in der Eurorettung - heute so, morgen so - und die mangelnde Erklärung der Rettungsmaßnahmen - besser nichts als zu viel sagen -, die für Verunsicherung sorgen und die Eurokrise zu einem Schreckgespenst werden lassen.

Das Ergebnis der Ängste-Studie ist deshalb als Warnsignal, aber auch als Chance für Merkel, Draghi und Co. zu verstehen. Sie müssen nicht nur weiter an einer Krisenlösung, sondern besonders an ihrer Kommunikationsstrategie arbeiten. Weg vom Wackelkurs hin zu einer klaren, gemeinsamen Linie, die Gefahren und mögliche Auswege gleichermaßen deutlich kommuniziert, statt sie immer und immer wieder zu hinterfragen. Entscheidungen treffen und dazu stehen - das vermittelt Vertrauen und lindert Ängste. Nur so ist dem Glaubwürdigkeitsproblem der Euro-Politiker Herr zu werden, bevor es in Politikverdrossenheit umschlägt.

ham/news.de

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Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Karl-Heinz Kasch
  • Kommentar 4
  • 05.06.2013 13:35

Ein Volk das Angst hat, kann man perfekt beherrschen! Die €-Angst ist hausgemacht? Richtig! Sie ist das perfekte Mittel, um eine beschleunigte Umverteilung des ehemaligen Reichtums in D. von "unten nach oben" durchzusetzen. "Zur Not" wird dann das GG gebeugt. Für alle Fälle kommt der "Vertrag" von Lissabon: Einführung der Todesstrafe in Europa, Einsatz des (auch fremden) Militärs im Innern,... das natürlich alles ohne das (dumme) Volk zu fragen, bzw. keine Möglichkeit zu geben, offen den Vertrag zu lesen. Das nennt man "Einführung einer Diktatur". Parteiendiktatur gibt es in D. ja bereits.

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 3
  • 07.09.2012 15:55
Antwort auf Kommentar 2

Eigentlich wundert mich nur, dass das politische Panikorchester weiter aufspielen darf. Und dann setzen die Panikmacher Leute wie Draghi ein, der bei Goldman Sachs lernte, wie man den italienischen Staat verschuldet, um dann Währungshüter in Europa zu werden. Aber wenn jemand Falschmünzer sagt, dann bricht das Empörungskartell in Deutschland auf und bringt den Realisten zum Schweigen. Auch das ist nicht verwunderlich, da in Deutschland nur Lügner Lügner Lügner nennen dürfen.

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  • Sven Forbis
  • Kommentar 2
  • 07.09.2012 14:38
Antwort auf Kommentar 1

Angstverbreitung ist eine Eigenschaft des deutschen Wesens? Wundert Sie das wirklich? Zwei Kriege verloren. 34% des Deutschen Landes verloren. Und nun verlieren wir auch noch den "Krieg" gegen unsere "Freunde" in der EU, ohne das auch nur ein Schuss abgegeben wurde. Und das alles ohne Kriegserklärung. Die Deutschen sind das dümmste und größte Verlierervolk in Europa. Am deutschen Wesen wird Europa finanziell genesen, bis wir außer Altersarmut nichts mehr haben. Und das schöne ist. Uns deutschen wir dann niemand helfen. So sieht die Zukunft und die Wahrheit des deutschen Volkes aus.

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