Ängste-Studie 2012 Angstmacher Nummer eins ist die Eurokrise

Ängste-Studie 2012
Die Angstmacher der Deutschen

Von Sebastian Engel
Die Sorge über die Schuldenkrise erreicht ein neues Hoch. Laut einer Studie fürchten sich drei Viertel der Deutschen davor, die Euro-Zeche zahlen zu müssen. Auch das Vertrauen in die EU war selten so gering. Die Angst, den eigenen Job zu verlieren, ist indes auf einem Rekordtief angelangt.

Die Angst vor der Schuldenkrise in Europa ist in den Köpfen der Deutschen fest verankert. Wie im Vorjahr bereiten die Schieflage der Euro-Zone und daraus resultierende Kosten für den Steuerzahler den Menschen zwischen Flensburg und den Alpen die größten Sorgen. Das geht aus der am Donnerstag in Berlin veröffentlichen Studie Die Ängste der Deutschen 2012 der R+V Versicherung hervor.

«Fast drei Viertel aller Deutschen befürchten, dass sie die Rechnung für die Euro-Schuldenkrise bezahlen müssen», sagte die Leiterin des Infocenters der Versicherung, Rita Jakli. Mit 73 Prozent erreicht diese Furcht demnach den zweithöchsten Wert, der jemals in der Ängste-Studie gemessen wurde - zugleich eine Steigerung von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Dahinter folgen die Angst vor einem Zusammenbruch des Euro (65 Prozent) und die Sorge über Missmanagement bei den EU-Institutionen. 60 Prozent aller Befragten sehen die Finanz- und Wirtschaftskraft Deutschlands durch Beschlüsse der Europäischen Union gefährdet.

Schuldenkrise
Der Euro in Not

Am Donnerstagnachmittag wollte die Europäische Zentralbank in einer mit Spannung erwarteten Sitzung über den Kauf von Anleihen angeschlagener Eurostaaten entscheiden. Damit sollen die Zinsen der Krisenländer sinken und das Vertrauen in die Währungsunion steigen.

Steigende Lebenshaltungskosten treiben Deutsche um

Für die repräsentative Studie werden seit mehr als 20 Jahren jeweils rund 2500 Bürger nach ihren größten Sorgen befragt. Neben einer gesonderten Erhebung zu aktuellen Themen umfasst die Studie einen festen Katalog an alljährlichen Fragen.

Darin ist 2012 die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten mit 63 Prozent erneut Spitzenreiter - zum 13. Mal in den vergangenen 20 Jahren. Mit 55 Prozent rangiert die Furcht vor der Überforderung der Politiker auf dem zweiten Platz, gefolgt von der Befürchtung, dass sich die Wirtschaftslage verschlechtern könnte. Die Sorge vor einem Konjunktureinbruch liegt gegenüber dem Vorjahr um vier Prozentpunkte höher: Sie kletterte von 48 auf 52 Prozent.

Angst vor Jobverlust sinkt auf tiefsten Stand seit 1994

Je stärker die Fragen auf das Privatleben abzielten, desto gelassener zeigten sich die Deutschen: Ängste vor Jobverlust, Krankheit und Straftaten gingen deutlich zurück. Der Studie zufolge macht jedem dritten Deutschen die Sorge vor Arbeitslosigkeit zu schaffen - der tiefste Stand seit 1994. Vor dem Hintergrund des aktuell robusten Arbeitsmarktes zeige das Ergebnis, «dass sich das Risiko, arbeitslos zu werden, nur auf einen Teil der Beschäftigten konzentriert, beispielsweise auf die geringer qualifizierten Arbeitnehmer», sagte der Politologe Manfred Schmidt, der die Studie begleitet.

Die Angst, ein Pflegefall zu werden, nimmt zwar nicht zu. Mit 50 Prozent liegt sie allerdings noch immer auf Platz fünf des Rankings. Deutlich an Bedeutung verloren haben hingegen die Ängste vor Terroranschlägen und die Beteiligung Deutschlands an einem Krieg. 39 Prozent aller Befragten fürchteten sich vor einem Attentat - der niedrigste Wert seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA.

zij/news.de/dapd

Leserkommentare (9) Jetzt Artikel kommentieren
  • Karl-Heinz Kasch
  • Kommentar 9
  • 05.06.2013 13:24

Antwort K8)Es geht um das Zinseszinssystem!Nicht um Zinsen!Es ist doch "krank",wenn jemand durch's Nichtstun am Tag ein Vielfaches dessen bekommt (häufig mit dubios erworbenem Geld),was eine Krankenschwester,...im Jahr verdient!Ist es richtig, dass in D. Menschen für 3-4€/h schuften, andere Bankster/Politverbrecher für "perfekte Fehlleistungen/Verbrechen" Mio. Abfindungen bekommen oder nach Brüssel befördert werden? Ist es richtig, dass durch "den größten Raubzug aller Zeiten" (M.Welk) immer mehr Armut entsteht und wir vorsätzlich an den Rand eines Bürgerkrieges gedrängt werden?Siehe viele...

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  • Pro Libertate
  • Kommentar 8
  • 11.09.2012 16:08
Antwort auf Kommentar 3

Ohne Zinsen wäre es unmöglich, Kapital zu leiehn. Muslime, denen Zinsen verboten sind, müsssen unglaublich komplizierte und kostspielige Umgehungsmethoden einsetzen. z.B. verkauft ein Kreditnehmer sein Haus an den Kreditgeber. Wenn er dann das Kapital zurückbezahlt, darf er sein Haus wieder zurückkaufen, aber zu einem höheren Preis. Der Unterschied entspricht dann einem sehr hohen Zins. Ansonsten bekommt er keinen Kredit. Zinsen sind viel einfacher, klarer, billiger und helfen denen, die Kredit brauchen!

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  • Pro Libertate
  • Kommentar 7
  • 11.09.2012 16:00
Antwort auf Kommentar 3

Also Sie wollen wieder zurück zur unsäglichen Armut, die vor dem Kapitalismus oder in der UdSSR geherrscht haben? Wo alle am Abgrund des Hungers standen, alle - ausser einer winzigen Elite - in armseligen Unterkünften knapp überleben? Der Kapitalismus, die Industrie und die von ihr generierten und unterstützende Finanzindustrie sind gar nicht wegzudenken. Das Problem sind zu 100% die Regierungen, die Inflation verursachenden Falschwàhrugen und die sozialistische Umverteilung.

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