Illegale Downloads Kanzlei plant Porno-Pranger

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Die berühmtesten Pornodarstellerinnen

Illegale Downloads im Netz florieren - auch und vor allem im Porno-Bereich. Dem will eine Regensburger Anwaltskanzlei mit einer fragwürdigen Idee entgegenwirken: Sie plant die Veröffentlichung einer Liste mit Datenpiraten, die via Filesharing illegal Pornos tauschen.

Mit so viel Aufmerksamkeit hatte die Regensburger Anwaltskanzlei Urmann und Collegen (U+C) wohl nicht gerechnet, als sie auf ihrer Homepage ankündigte, in Kürze eine sogenannte Gegnerliste mit Datenpiraten veröffentlichen zu wollen. Schnell war in den Medien von einem Porno-Pranger die Rede, denn U+C ist eine der größten deutschen Abmahn-Kanzleien bei Urheberrechtsverletzungen und vertritt vornehmlich Unternehmen aus der Erotikbranche. Im Visier stehen also Internetnutzer, die insbesondere auf pornografische Inhalte zugreifen, diese unerlaubt downloaden und weiterverbreiten.

Laut Regensburger Wochenblatt haben die Rechtsanwälte 150.000 Namen auf ihrer Liste, einige davon wollen sie am 1. September online stellen. Betroffen seien auch Polizeiämter, Botschaften und Pfarrämter, von deren Internetanschlüssen illegale Down- und Uploads getätigt worden sein sollen. Die Kanzlei will mit der Veröffentlichung offenbar vor allem jene unter Druck setzen, die den Schadenersatzforderungen bisher nicht nachkamen. Denn der Verlust für die Branche ist immens: In den Jahren 2011 und 2012 standen den Anwälten zufolge Forderungen in Höhe von 90 Millionen Euro aus.

Daten-Portale
Im Graubereich

Dass sie mit ihrer Gegnerliste nicht nur Urheberrechtsverletzter anprangert, sondern Betroffene auch als Porno-Downloader outet, nimmt die Kanzlei in Kauf. Sie rechtfertigt ihr Vorgehen mit einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 2007. Dieser erlaubt die Veröffentlichung solcher Listen - allerdings nur in Bezug auf Firmen. Sollte U+C jedoch die Namen von Privatpersonen und damit deren Pornokonsum publik machen, wäre das juristisch mindestens fragwürdig, wenn nicht sogar rechtswidrig.

zij/jag/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Bloedmann
  • Kommentar 3
  • 24.08.2012 08:19

Na dann viel Stress mit Gegenklagen. Zum Bsp.: Verletzung der Privatsphäre! Wieviele INTERNET-Zugänge werden hierzulande wohl fremd genutz? Durch FLAT durchaus praktkabel. WPA ohne MAC-Eintrag ist auch nur noch ein offenes Geheimnis, da kann jeder gewifte Webanwender die nötige Software runterladen. Wo? - selbst heraus finden! Und dann gibts da noch die vielen falsch registrierten UMTS-Sticks...

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  • Deutscher Steuerzahler
  • Kommentar 2
  • 22.08.2012 01:56

Naja.... wenn unsere Politverbrecher nichts wichtigeres zu tun haben.... bitte... nur zu.... Deutsche Politiker sind sooooo lächerlich geworden und merken es nicht mal.... lach....

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  • Lee
  • Kommentar 1
  • 21.08.2012 12:26

Ja Ja das Abmahnpak schert sich nen Teufel um die richtigkeit der von Ihnen erhobenen Ip's und meint dann auch noch mit der Veröffendlichung Privater Namen was reißen zu können. 1. Ip's im Downloader selber sind zu 100% gefälscht. 2. Wage ich zu bezweifeln das besagtes Abmahnpak für jeden Vorgang eine Dateneinsicht beim relevanten Provider beantragt hat. Denn das kostet Geld, Zeit und Nerven. Ach und ich rede aus erfahrung habe noch nie Illegal was runter geladen aber Trotzdem Briefe von dem Geschmeiß bekommen. Ignoriert und gut war.

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