Minigolf mit Adolf Hitler in die Zwölf schießen

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Wer den Ball durch das Loch in Hitlers Leistengegend schießt, den grüßt der Führer mit einem kernigen «Sieg Heil» und rechtem, erhobenen Arm. Die Minigolf-Statue des Diktators ist Teil einer Ausstellung - und sorgt in Großbritannien für Diskussionen. Jüdische Verbände sind empört.

Eine Minigolf-Statue von Diktator Adolf Hitler sorgt in Großbritannien für Diskussionen: Während ein jüdischer Verband sie als geschmacklos kritisiert, heißt es von der Galerie, die sie ausstellt, es handele sich um eine Persiflage.

«Die Figur wird damit lächerlich gemacht und verspottet», sagte der Kurator Stuart Tulloch der Grundy Art Gallery im englischen Blackpool. Die Besucher sollten mit dem Thema konfrontiert werden und dadurch etwa die Bedeutung von Toleranz und anderen Werten erkennen. «Es ist auf keinen Fall eine Glorifizierung dieser Person.»

Jüdische Verbände sind empört

Die Hitler-Statue ist Teil einer Ausstellung von insgesamt neun Figuren, die wie die Bahnen und Ziele auf einem Minigolfplatz angelegt sind und von den Besuchern auch wirklich bespielt werden können. Geht der Ball durch das Loch an der Figur, hebt sich deren Arm wie zum Hitler-Gruß. Die jüdische Organisation The Board of Deputies of British Jews erklärte, die Statue habe «keinerlei künstlerischen Wert». «Dies ist niemand, über den man einen Scherz macht - Hitler ist verantwortlich für die Morde an vielen Millionen Menschen», sagte ein Sprecher.

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Nazi-Schlüpfer und das reichsPhone

Neben der Hitler-Figur ist in der Schau auch eine Minigolf-Statue des Diktators Saddam Hussein zu sehen. Die Ausstellung war im Juli bereits bei einem Kunstfestival in der Grafschaft Sussex gezeigt worden. Damals habe es keine negativen Reaktionen gegeben, erklärte Tulloch. Man habe vor der Ausstellung mit mehreren Organisationen jüdischen Künstlern sowie Kriegsveteranen gesprochen, die alle keine Probleme gesehen hätten.

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jag/news.de/dpa

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • hoerbell
  • Kommentar 5
  • 19.08.2012 18:19

Der Masochismus hält das Interesse am Faschismus wach. Bewirkt das Gegenteil einer differenzierten Vergangenheitsbewältigung. Reduziert die deutsche Geschichte auf Auschwitz und nimmt dem deutschen Volk die Chance eines gesunden Neuanfangs. Manchmal merkt man die Absicht und man ist verstimmt. gegednteil

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  • Angela
  • Kommentar 4
  • 17.08.2012 16:39

Kein Volk reitet so auf seinen Fehlern der Vergangenheit rum wie die Deutschen. Auch andere Völker haben gemordet ohne Ende. Siehe Türkei. Aber die betreiben trotzdem mit ihrem Volk nicht so ein Schuldkult wie die Deutschen. Echt armselig.

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  • Werner
  • Kommentar 3
  • 17.08.2012 11:55

es gibt wichtigere Dinge in unserer heutigen Zeit, als sich über solch einen Kram aufzuregen. Durch diese ständigen Wiederaufleben der vergangenen Zeiten, spielt man den Gegenern immer mehr in die Hände. Also, was solls, lasst sie machen und gebt Ruhe. Wenn Ihr es schlimm findet, ignoriert es und geht nicht darauf ein.

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