Syrien-Krieg Deutscher zittert im Knast von Aleppo

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Rund 3000 Deutsche sitzen jedes Jahr in ausländischen Gefängnissen. (Foto) Zur Fotostrecke

Im heiß umkämpften Aleppo sitzt auch ein Deutscher im Gefängnis. Er fürchte um sein Leben, sagt der 51-Jährige, und wirft dem Auswärtigen Amt Versagen vor. Offenbar wurde er wegen Kontakten zur Muslimbruderschaft verurteilt.

In der seit Wochen umkämpften syrischen Stadt Aleppo sitzt auch ein Deutscher im Gefängnis. Dies bestätigte das Auswärtige Amt. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung beschwert sich der 51-Jährige über mangelhafte Unterstützung durch die Bundesregierung. Dem Auswärtigen Amt warf er vor, «total versagt» zu haben. Nach der Erschießung von anderen Häftlingen fürchte er um sein Leben.

Das Außenministerium wollte auf die Vorwürfe nicht näher eingehen. Eine Ministeriumssprecherin verwies aber darauf, dass sich die Bundesregierung im Juni für den Mann eingesetzt habe. Damaskus sei aufgefordert worden, «Zugang zu Medikamenten zu gewähren und die Einhaltung der UN-Standards für die Gefangenenbetreuung» zu garantieren. Die deutsche Botschaft in Damaskus ist aus Sicherheitsgründen bereits seit Monaten geschlossen.

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Wegen Kontakten zur Muslimbruderschaft verurteilt

Die Angaben des Deutschen, der auch einen syrischen Pass hat, lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Mann sitzt im Zentralgefängnis von Aleppo ein, angeblich in einer Zelle mit mehreren Dutzend anderen Häftlingen.

Nach Informationen der Süddeutschen soll er bereits 2006 wegen Kontakten zu der in Syrien verbotenen Muslimbruderschaft verurteilt worden sein. Der Mann sei eigentlich irakischer Kurde, aber mit einem gefälschten syrischen Pass bereits in den 1980er Jahren nach Deutschland gekommen. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Kindern habe er dann fast 20 Jahre lang in Bayern gelebt.

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iwi/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kohlrabbi
  • Kommentar 1
  • 09.08.2012 20:08

Ein irakischer Kurde mit gefaelschtem syrischen Pass und nachgewiesenen Kontakten zur Mulsimbriderschaft, der im Zuge von Terrorakten gefangengenommen wurde ist eher Niemand für den sich die deutsche Botschaft einsetzen sollte.

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