Waffenverbot? Eine Lanze für die Sportschützen

Waffen in Deutschland
Wer schießt womit?

Von news.de-Redakteurin
Waffen im Privatbesitz gehören verboten, fordern viele Deutsche. Vor allem, weil damit immer wieder Amokläufe verübt werden. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Deshalb findet eine erklärte Waffengegnerin: Ein Verbot bringt nichts und ist intolerant.

Fragt man mich nach meiner persönlichen Meinung zu Waffen, kann ich nur sagen: Alle verbieten. Alle vernichten. Denn, so meine naive Utopie, würden schlicht keine Waffen produziert, hätte die Welt ein paar Probleme weniger.

Rational betrachtet ist es allerdings unter den gegenwärtigen Bedingungen sinnlos, in Deutschland Waffen im Privatbesitz zu verbieten. Es gibt ein strikt geregeltes Waffenrecht, und dank des derzeit im Aufbau befindlichen Nationalen Waffenregisters kann die Polizei ab 1. Januar 2013 lückenlos nachvollziehen, wer wo in Deutschland welche Waffen besitzt, nutzt und aufbewahrt. Die Kontrolle der legalen Waffen funktioniert gut - und jeder weiß, dass der illegale Markt durch ein Verbot eher wächst als schrumpft.

Aber die Waffen aus den Schützenvereinen, mit denen beispielsweise die Amokläufe in Winnenden und Lörrach verübt wurden! Tatsächlich besteht durch die Berichterstattung der Medien der subjektive Eindruck, dass ein Großteil der Morde mit Waffen von Sportschützen geschieht. In Wirklichkeit jedoch werden laut Polizeistatistik in Deutschland nur drei Prozent der Verbrechen mit Schusswaffen in Deutschland mit legalen Waffen verübt.

Bestes Beispiel, wie wenig ein Waffenverbot in Bezug auf Kriminalität bringt, ist Großbritannien. Nach einem Amoklauf in einem schottischen Kindergarten verbot das Königreich 1997 alle Kurzwaffen im Privatbesitz. Doch Kriminalität und Gewalt verringerten sich nicht, sie zogen zunächst sogar deutlich an, um sich dann mehr als zehn Jahre nach dem Verbot auf einem leicht gesunkenen Level einzupendeln.

Die Illegalität gilt es zu bekämpfen, nicht die Sportschützen. Tatsächlich fühlen sich diese in der Waffendebatte zu Recht diskriminiert. Sie halten sich an strenge Regeln, um einem Hobby nachzugehen, das nicht jedem gefallen muss - doch toleriert werden sollte, solange es niemandem schadet.

Eins ist klar: Gewalt, Hass und der Hang zur Kriminalität sind menschliche Neigungen, die sich auch ohne Waffen ein Ventil verschaffen. Es werden in Deutschland mehr Menschen durch Hieb- und Stich- als durch Schusswaffen getötet. Natürlich wäre es wünschenswert, dass Menschen, die zu Gewalt neigen, keine Waffe in die Hand bekommen. Das jedoch lässt sich durch ein Verbot von Schusswaffen für Schützen und Jäger nicht erreichen. So viel ist klar.

ham/news.de

Leserkommentare (57) Jetzt Artikel kommentieren
  • Berg
  • Kommentar 57
  • 04.04.2013 22:35

Bin auch ein Gegner von Verboten und "viel Staat". Fakt ist leider auch, dass jeder Mensch massive private Probleme wie Scheidung und Arbeitslosigkeit bekommen kann und einige davon dann durchdrehen. Das sind genau die (Sportschützen) Fälle die man immer und immer wieder liest. Da bringts dann auch herzlich wenig, wenn die Waffe sicher im Tresor aufbewahrt wird. Weder das Gesetz noch die Vereine in Eigeninitiative sind derzeit rechtlich in der Lage solche psychisch auffälligen Leute zu entwaffen. Kenne aus'm Amt einen Fall, in dem es nicht möglich war einem Mann mit Waffe abzunehmen

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  • Jürgen
  • Kommentar 56
  • 16.01.2013 20:21

Waffenverbote für geprüfte Menschen in Deutschland? NEIN !!!

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  • Peterson
  • Kommentar 55
  • 04.01.2013 14:45

... nur 3% kommt bei Ihnen ein bisschen zu kurz.

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