NSU-Morde
Deutsche Polizisten waren im Ku-Klux-Klan

Zwei Polizisten aus Baden-Württemberg waren mit dem Ku-Klux-Klan verbandelt, hat das Innenministerium bestätigt. Die beiden arbeiteten mit der 2007 von der rechten Terrororganisation NSU ermordeten Michèle Kiesewetter zusammen. Und sind weiterhin im Dienst.

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Die beiden Polizisten sind nach wie vor im Staatsdienst, obwohl das baden-württembergische Innenministerium über ihre Verbindungen zum Ku-Klux-Klan (KKK) im Bilde ist. Entsprechende Informationen der taz unter Berufung auf Akten aus dem Bundestag-Untersuchungsausschuss zur Zwickauer Terrorzelle NSU bestätigte nun ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums.

Die beiden Polizisten gehörten demnach kurzzeitig der Gruppierung «European White Knights of KKK» an. Die Ermittler wurden im Jahr 2003 bei einer Durchsuchung des Vorsitzenden der «White Knights» auf die Mitgliedschaft der Beamten aufmerksam, teilte der Sprecher mit. Demnach gehörte ein Beamter 2002 ein halbes Jahr, der andere kürzer dem Geheimbund an. Sie seien aus eigenem Antrieb wieder ausgetreten. Die Beamten hätten disziplinarrechtliche Folgen zu tragen gehabt, sagte der Sprecher, ohne konkret zu werden, seien aber noch im Dienst.

Aufsehen erregte die Meldung vor allem, weil die beiden Polizisten laut Zeitungsberichten Kollegen der 2007 ermordeten Polizistein Michèle Kiesewetter waren. Sie war im April 2007 in Heilbronn während ihres Streifendienstes mit Kopfschüssen getötet worden - mutmaßlich von den Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt aus der rechtsextremen Terrorgruppe NSU.

Keine Ermittlungen gegen Ku-Klux-Klan

Die Bundesanwaltschaft betont, der Mord lasse sich ausschließlich den Mitgliedern der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle NSU zurechnen. Es gebe keine Hinweise, dass sich andere an dem Mordanschlag beteiligt hätten und es werde auch keine neue Spur in Richtung des Ku-Klux-Klans oder des deutschen Ablegers Teutonische Ritter verfolgt.

Derweil hat der ehemalige Zugführer der 2007 erschossenen Polizistin Michèle Kiesewetter eine Behauptung der Bild-Zeitung bestritten, er sei bis 2003 Mitglied des rassistischen Ku-Klux-Klans gewesen und habe möglicherweise Tipps an das mörderische NSU-Trio gegeben. Es handle sich um eine Verwechslung, sagte er der Heilbronner Stimme. «Das alles hat mit meiner Person rein gar nichts zu tun.»

Der militante Geheimbund Ku-Klux-Klan entstand 1866 nach der Abschaffung der Sklaverei in den USA. Der streng hierarchisch organisierte Klan mit ordensähnlichen Ritualen verbreitete mit Brandstiftungen, Auspeitschungen und Fememorden sowie Lynchjustiz Angst und Schrecken. Berüchtigt waren auch die gewalttätigen Aktionen der Männer in ihren weißen Gewändern und den spitzen Kapuzen unter brennenden Kreuzen. Einst hatte der KKK in den USA vier Millionen Mitglieder, heute sollen es noch mehrere tausend Menschen sein.

iwi/news.de/dpa

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5 Kommentare
  • heinrichIV

    02.11.2012 19:15

    Von Kanzlerin Merkel gibt es die Order an staatliche Stellen und Medien:" Wir müssen eine Kultur der Bedrohung und Angst in der Bevölkerung schaffen, bezüglich der Rechten". Will heißen, es soll eine Bedrohung aufgebaut werden, um die Bevölkerung zu verunsichern und ständig in Angst zu halten. Gleichzeitig verschleiert man den Bürgern, dass von etablierten Parteien im Landtag der biologische Fortbestand des deutschen Volkes mit Entschiedenheit und Beifall ABGELEHNT wird. Solch Vaterlandsverräter sind diejenigen vor denen gewarnt werden muss, da völlig naiv und geistig fehlgeleitet!

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  • fischlein

    01.08.2012 20:38

    Dieser Beitrag wurde entfernt, da er gegen die Kommentar-Richtlinien verstößt.

  • fischlein

    01.08.2012 20:34

    Dieser Beitrag wurde entfernt, da er gegen die Kommentar-Richtlinien verstößt.

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