Massaker von Aurora Batman-Killer will das Filmende wissen

Kino-Massaker
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Der mutmaßliche Amokläufer von Aurora hat nach US-Medienberichten möglicherweise weit im Voraus vor seinen Absichten warnen wollen. Der 24-jährige James Holmes schickte ein Päckchen mit Zeichnungen an den Uni-Psychiater. Im Gefängnis schockiert er mit gefühllosen Nachfragen.

Ist er so gefühlskalt oder nur völlig verwirrt? Dem mutmaßlichen Attentäter von Aurora, James Holmes, scheinen seine Bluttat und das Leid der Angehörigen offenbar nicht sehr nahe zu gehen. Stattdessen bewegen ihn ganz andere Dinge.

Laut einem Bericht der New York Daily News soll Holmes im Gefängnis einen Wärter gefragt haben, wie der Batman-Film ausgegangen sei. «Hast du den Film gesehen? Wie geht er aus?» soll sich Holmes demnach erkundigt haben. «Als ob er keine Vorstellung darüber hat, dass etwas falsch ist an dem, was er sagt», zitiert das Blatt den Wärter.

Wieso kam das Paket nie an?

Unterdessen hat die Polizei ein Paket mit Texten und Zeichnungen über Mordbeschreibungen in einer Poststelle der Universität Colorado gefunden, berichteten US-Fernsehsender. Laut NBC habe der 24-Jährige die Ermittler selbst auf die Existenz des Päckchens aufmerksam gemacht. Nach Informationen des US-Senders Fox News soll er es unter seinem Namen an einen Psychiater der universitären Medizinfakultät geschickt haben.

Unklar sei, wann das Paket angekommen sei. Das Kinomassaker mit zwölf Toten ereignete sich in der Nacht zum vergangenen Freitag, gefunden wurde das Paket laut Fox News jetzt am Montag. Allerdings habe es nach ersten Erkenntnissen mehr als eine Woche in der Poststelle gelegen, ohne an den Empfänger weitergeleitet worden zu sein. Über die Inhalte habe die Polizei mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine näheren Angaben gemacht. Fox News berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, in dem Paket habe sich ein Notizbuch befunden, «voller Details, wie er Menschen töten wollte».

Seltsam apathisch

Die Anklage gegen James Holmes soll bis zum kommenden Montag eingereicht werden. Der zuständige Richter verbot Fotokameras und Videos, wenn der Verdächtige James Holmes das nächste Mal vor Gericht erscheint. Er habe damit den Wunsch der Verteidiger berücksichtigt, schrieb die Denver Post. Bilder vom ersten Gerichtstermin des 24-Jährigen hatten Spekulationen ausgelöst: Er machte einen seltsam apathisch Eindruck, wirkte abwesend und müde.

Der ehemalige Student verhalte sich seit seiner Festnahme immer wieder «bizarr», berichtete der TV-Sender ABC. Weil er wiederholt auf Gefängniswärter gespuckt habe, habe Holmes zeitweise eine Maske tragen müssen, hieß es unter Berufung auf nicht genannte Quellen.

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wam/ham/news.de/dpa

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