«Batman»-Massaker Droht dem Killer von Aurora die Todesstrafe?

Kino-Massaker
Die Opfer des Batman-Mörders

Dem mutmaßlichen Amokläufer von Aurora könnte nach Angaben einer Staatsanwältin für das Blutbad in einem Kino die Todesstrafe drohen. Unterdessen planen viele deutsche Kinos für den Film stärkere Sicherheitsmaßnahmen.

Staatsanwältin Carol Chambers sagte am Montag, ihr Büro denke darüber nach, die Todesstrafe für den Verdächtigen James Holmes zu fordern. Eine Entscheidung darüber werde in Absprache mit den Angehörigen der Opfer getroffen, sagte sie. Der 24-jährige Holmes soll am vergangenen Freitag das Feuer auf Kinobesucher im US-Staat Colorado eröffnet und zwölf Menschen getötet haben. 58 weitere wurden verletzt. Der Verdächtige soll in der Nacht zu Dienstag (23.30 MESZ) erstmals vor Gericht erscheinen.

Viele Kinos in Deutschland wollen derweil ihre Sicherheitsvorkehrungen nach dem Attentat in den USA bei der Premiere des neuen Batman-Films The Dark Knight Rises verschärfen. Dies ergab eine dpa-Umfrage bei den großen Kinoketten. Es werde verstärkte Kontrollen beim Einlass und in den Kinosälen geben, sagte ein Sprecher der Bochumer UCI-Kinowelt, die bundesweit über 20 Kinos betreibt. «Wir bitten die Besucher zudem, auf Verkleidungen zu verzichten.» Die Tat in den USA habe schockiert und betroffen gemacht.

«Das Personal wird sensibilisiert und unsere Security-Mitarbeiter werden die Batman-Vorführungen mit erhöhter Aufmerksamkeit begleiten», sagte Kim Ludolf Koch, Geschäftsführer von Cineplex Deutschland, in Wuppertal. Es gebe auch Anfragen von Besuchern, die sich um die Sicherheit sorgten, sagte Koch. «Unser Publikum soll sich bei uns natürlich sicher fühlen.» In der Cineplex-Gruppe sind nach Unternehmensangaben mehr als 80 Kinos vertreten.

Öffentliche Blutbäder
Die grauenvollsten Amokläufe

Sicherheitsgefühl für Besucher

Auch die Kinokette Cinemaxx will ihre Sicherheitskräfte in den Filmtheatern sichtbarer in Erscheinung treten lassen. «Unsere Sicherheitsmitarbeiter, die normalerweise vom Publikum nicht wahrgenommen werden, werden in diesen Tagen sichtbarer im Foyer der Kinos auftreten», sagte ein Cinemaxx-Sprecher in Hamburg. Damit solle den Besuchern ein Sicherheitsgefühl vermittelt werden. Cinemaxx betreibt in Deutschland etwa 30 Kinocenter.

The Dark Knight Rises
Der erste Trailer zu Batman 3
Video: youtube

Dagegen plant die Kinogruppe CineStar mit Sitz in Lübeck keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Da es bislang noch keine weitergehenden Informationen zu den Hintergründen der Tat gebe, sehe das Unternehmen keinen Anlass dafür, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, Oliver Fock. Unabhängig davon gebe es in den größeren Häusern der CineStar-Gruppe bereits Sicherheitsmaßnahmen. «Sollte die weiteren Untersuchungen des Falls zu Erkenntnissen führen, auf Grund derer man die Sicherheitsmaßnahmen zum Filmstart konkret überdenken muss, werden wir dies selbstverständlich tun», sagte Fock. Die CineStar-Gruppe, die zum australischen Unterhaltungskonzern Amalgamated Holdings Limited (AHL) gehört, betreibt bundesweit 71 Kinos mit knapp 500 Leinwänden.

In Nordamerika legte The Dark Knight Rises ungeachtet des Amoklaufs an seinem ersten Wochenende den drittbesten Start der US-Kinogeschichte hin. In den USA und Kanada spielte der «Batman»-Film 160 Millionen Dollar (130 Millionen Euro) ein. Das ist etwas mehr als der letzte Batman-Film vor vier Jahren. Mehr erzielten am ersten Wochenende nur die beiden 3D-Filme Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 und Marvel's The Avengers. Dabei blieb das Batman-Ergebnis sogar noch hinter den Erwartungen zurück: Viele hatten mit 180 oder gar 200 Millionen Dollar gerechnet.

wam/jag/news.de/dapd/dpa

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