Batman-Massaker Wohnung des Attentäters war eine Todesfalle

Der Anschlag auf die Batman-Premiere war minutiös geplant. Seit Wochen erhielt der mutmaßliche Täter Teile seiner Ausrüstung und Munition per Post, seine Wohnung war eine ausgeklügelte Todesfalle. Die ganze Welt rätselt über sein Motiv und die seltsamen Brüche im Leben des James Holmes.

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Der mutmaßliche Amokläufer von Aurora hatte die Bluttat mit zwölf Toten und 58 Verletzten offenbar seit Monaten vorbereitet. Bei seinem Anschlag auf das Kino im US-Staat Colorado sei er mit «Berechnung und Absicht» vorgegangen, sagte Polizeichef Dan Oates am Samstag. Inzwischen konnten die Einsatzkräfte alle gefährlichen Sprengfallen aus der Wohnung des mutmaßlichen Täters beseitigen. Die Bewohner umliegender Häuser könnten nun zurückkehren, teilte die Polizei mit.

Unterdessen trauerten verzweifelte Familien um ihre getöteten Angehörigen. Der Schock nach dem Amoklauf von Aurora ließ auch den zuletzt immer erbitterter geführten Wahlkampf vorerst verstummen: US-Präsident Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney stellten ihre Terminplanung vorerst zurück: «Es wird andere Tage für Politik geben», sagte Obama vor seinen Anhängern in Florida. Er fliegt heute nach Colorado, um dort Opfer und deren Familien zu treffen. Zum Thema Waffengesetz äußerten sich die Kandidaten jedoch nicht.

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Seit Wochen erhielt Holmes «Ausrüstung» per Post

Schon seit vier Monaten habe der mutmaßliche Amokläufer mit der Post etliche Lieferungen erhalten und kürzlich über das Internet 6000 Schuss Munition gekauft, sagte Polizeichef Oates. Außerdem erstand der Verdächtige eine Trageweste, zwei Magazinhalter und ein Messer für rund 300 Dollar bei einem Online-Händler für Polizei- und Militärausrüstung.

Die Bestellungen habe James Holmes sich sowohl nach Hause als auch an die Universität schicken lassen, sagte Oates. Den Ermittlern zufolge kaufte Holmes zudem am 22. Mai eine Glock-Pistole in Aurora, dem Ort des Verbrechens, sechs Tage später eine Remington-Schrotflinte in Denver. Zwei Wochen danach habe er sich ein Gewehr der Marke Smith und Wesson Kaliber 223 in Thornton in Colorado besorgt, dann eine zweite Glock am 6. Juli in Denver, 13 Tage vor dem Amoklauf.

Seine Wohnung sei mit Krügen mit Brandbeschleunigern, Sprengstoff und Chemikalien präpariert gewesen, um jeden, der sie betrat, zu töten. Das hätte auch einer seiner Polizeibeamten treffen können. «Ob wir wütend sind? Wir sind stinksauer», antwortete Oates bei einer Pressekonferenz auf die Frage eines Reporters.

Holmes Wohnung war tödlich präpariert

Ein Sprengsatz sei durch eine kontrollierte Explosion detoniert und etliche andere entschärft worden, nachdem ein Roboter ein elektrisches Kabel durchtrennt habe, sagte FBI-Agent James Yacone. Daraufhin hätten Sprengmeister eine sogenannte hyperbolische Mixtur und einen anderen selbstgebauten Sprengsatz unschädlich gemacht. Außerdem seien etliche Brandbeschleuniger entdeckt worden. «Es war eine extrem gefährliche Umgebung», sagte Yacone weiter. Jeder, der hineingegangen wäre, hätte umkommen können.

In der Wohnung des Verdächtigen waren die Einsatzkräfte noch immer damit beschäftigt, Beweismaterial zu sichern. Die Fenster wurden zudem mit schwarzer Plastikplane verdeckt, damit Schaulustige keinen Blick hinein werfen konnten.

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Leserkommentare (7) Jetzt Artikel kommentieren
  • Peunia non olet
  • Kommentar 7
  • 23.07.2012 13:55

Ja, was agen wir denn dazu? Schlimmer als der Skalpjägersport einst ist das nun heute auch nicht.. Demokratie und Freiheit ohne Verantwortung kreieren solch neue Sportarten eben, das ist nicht weiter schlimm und eben der Preis dafür. Diese lichte Zukunft werden wir importieren, wir tun schon alles dafür.

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  • Der immer seinen Nickname vergißt
  • Kommentar 6
  • 23.07.2012 13:01

Solange man in den USA sich uneingeschränkt Waffen, Munition, Sprengstoffe usw. besorgen kann, wird so ein Mist immer wieder passieren. Dabei können sich die Amis sogar auf ihre Verfassung und den Schutz ihres Eigentums berufen. Dieser Knoten ist nicht zu lösen und solange sich ein Drittel der Amis aufgrund der 9/11-Hysterie dem rechts reaktionären Rand der Republikaner zuordnet, geht da gar nichts. Natürlich zuzüglich der immensen wirtschaftlichen Interessen der Waffenindustrie.

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  • Der immer seinen Nickname vergißt
  • Kommentar 5
  • 23.07.2012 12:53

Sorry, aber diese Theorie, die Pro Libertate da zusammenkocht, sind aus dem gleichen paranoiden Topf wie die Gedankengänge von Attentätern;der Holmes hat sich ja noch nicht öffentlich geäußert, wird aber genauso abstrus sein. Dieser Hang zur Verschwörungstheorie ist das Produkt von mangelnder Bildung, religiöser Übermotivation und mentaler Durchlässigkeit in einer unglaublichen Natur, geboren in in der Weite des Kontinents und wie alle "Kulturgüter" exportiert in den Rest der Welt. Auf der gleichen unseligen Mixtur beruht auch dieser Hang zur uneingeschränkten Bewaffung des zivilen Bürgers.

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