Sommer Endlich kommt die Hitze!

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Es regne Bier!
@kopfleuchten steht auf bierverklebtes Haar: Würde Regen nach Bier schmecken, es würde endlich mal niemand mehr über den diesjährigen Sommer jammern. (Foto) Zur Fotostrecke

Von Christoph Driessen
Die Fata Morgana vom Sommer flimmert bereits: Bikini auf dem Balkon, eisgekühlte Getränke gegen sengende Hitze, ein Kopfsprung ins türkisblaue Freibad-Becken. Ab Montag soll's heiß werden, sagt der Wetterbericht. Aber wie lange?

Am Montag bricht der Sommer aus, sagt der Deutsche Wetterdienst. Azoren-Hoch, 30 Grad. Die Ventilatoren im Büro werden uns anblasen wie der heiße Atem des Schirokko. Die Konturen des Brandenburger Tors werden in der flirrenden Mittagshitze zerfließen und Frankfurts Wolkenkratzer in der Abendsonne glitzern, als wären sie mit Blattgold überzogen.

Das alles sollte mehr sein als ein Fiebertraum bei Regen, denn der Deutsche Wetterdienst würde sich in der derzeitigen meteorologischen Notstandssituation sicher nicht zu leeren Versprechungen hinreißen lassen. Der Sommer 2012 - möglicherweise ist er einfach nur ein Spätzünder. Mehr noch: Man könnte sich zu der These versteigen, dass der schönste Sommer der späte, lang herbeigesehnte ist.

Den umgekehrten Fall haben wir in den vergangenen Jahren oft genug erlebt: Ein vielversprechender Auftakt, und das war's dann. Sommer? Der war schon da - April, April! - im Mai. Das ist noch schwerer zu ertragen.

Spanien hat Sommer und Rettungsschirm, Deutschland den Regenschirm

Ein schöner später Sommer wäre der verdiente Triumph der Daheimgebliebenen. Denn lange nicht alle können es sich ja leisten, in den Sommerferien gen Süden zu reisen. Die im Regen stehen gelassenen Deutschland-Urlauber bekamen bisher in der beweglichen Wetterkarte nach den Tagesthemen jeden Abend vor Augen geführt, wie der Süden sonnengeplagt unter einer roten Glutglocke stöhnte, während sich in ihrer nordwesteuropäischen Schlechtwetterecke ein kühlblaues Tiefdruckgebiet an das andere reihte. Manche Länder haben den Rettungsschirm, andere den Regenschirm.

Die Deutschen kennen das. Goethe klagte 1786, als hätte er damals auch schon den Strömungsfilm nach den Tagesthemen gesehen: «Hier hat es die letzten Monate immer geregnet, und Südwest und Südost haben den Regen durchaus nordwärts geführt. In Italien sollen sie schön Wetter, ja zu trocken, gehabt haben.» Nichts Neues unter der Sonne - oder unter den Wolken.

Sommer ist immer eine nostalgische Erinnerung

Wann wird's mal wieder richtig Sommer?, sang Rudi Carrell 1975. «Ja früher gab's noch hitzefrei/Das Freibad war schon auf im Mai. Es war hier wie in Afrika/Wer durfte, machte FKK.» Der richtige Sommer liegt immer in ferner Vergangenheit. Genauso wie der richtige Winter, der so hart war, dass man wochenlang eislaufen konnte und die Regierung Verhandlungen über die Einfuhr von Schneeräumern aus dem Ausland aufnahm.

Nun aber erst mal Sommer - laut Deutschem Wetterdienst. Die Sache hat nur einen kleinen Schönheitsfehler. Weniger robuste Naturen sollten die Vorhersage auf der Website besser nicht bis zu Ende lesen. Da heißt es nämlich: «Die meisten Modellrechnungen zeigen, dass das Hoch gegen Ende der Woche schon wieder nach Osten abgedrängt wird und sich erneut ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien festsetzt.» Wenn das so kommt, dann wäre der Sommer wohl weniger ein Spätzünder als eine Lachnummer.

iwi/news.de/dpa

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