Zensur kurios Kirche verbietet Bibel

Politische Korrektheit
Verbotene Wörter

Jan GrundmannVon news.de-Redakteur
Was gegen Staat oder Sitte verstößt, läuft Gefahr, verboten zu werden. Doch wenn die Kirche die Bibel verbietet oder Mozarts Arschleck-Song heimlich vom Verlag umgedichtet wird, dann ist Zensur nur kurios. Neuestes Beispiel: das iranische TV-Verbot von Hühner-Darstellungen.

Der Film Huhn mit Pflaumen der iranischen Comiczeichnerin Marjane Satrapi hat kein politisches Sprengpotenzial. Es prangert auch nicht explizit soziale Missstände im Ajatollah-Land an, trotzdem ist die Liebesgeschichte den islamischen Regime-Oberen in Teheran ein Dorn im Auge. Wie die Süddeutsche berichtet, könnte der Film zumindest teilweise der Zensur zum Opfer fallen – denn es wird lecker zubereitetes Hühnchen gezeigt.

Die Darstellung von Hühnern ist an sich wohl nicht systemkritisch, gehören sie doch zu den Grundnahrungsmitteln der Iraner. Weil aber die Lebensmittelpreise derart in die Höhe geschossen sind, können sich nur noch wenige Menschen Huhn leisten. Durch den Film und die schmackhafte Darstellung von leckeren Hühnchen, so befürchtet das Regime, könnte es zu sozialen Unruhen kommen.

Iran ist wohl derzeitiger Vorreiter in Sachen kuriose Zensur. Erst Anfang des Jahres ist Homer Simpson zur Persona non grata erklärt worden. Die Figuren der Chaos-Familie aus dem imaginären Springfield dürfen nicht mehr im Iran verkauft werden, erklärte das Staatliche Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern. Gründe gab es nicht, außer, dass Teheran seit Jahren gegen das Einströmen westlicher Kultur kämpft. Aber immerhin dürfen Superman und Spiderman bleiben, weil sie ausdrücklich für die Armen kämpften, so das intellektuelle Kinder-Staats-Institut.

Auch die arme Barbie darf nicht mehr im Iran verkauft werden. Die blonde, langbeinige Puppe sei ein Symbol westlicher unmoralischer Kultur, so das bereits erwähnte Institut. Als Alternative zu Barbie und Ken hatte der Iran bereits vor einiger Zeit das islamische Geschwisterpaar Sara und Dara eingeführt. Das züchtig gekleidete, brünette Duo kam allerdings nur mäßig bei den Kindern an.

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Leserkommentare (7) Jetzt Artikel kommentieren
  • heinrichIV
  • Kommentar 7
  • 25.07.2012 13:12
Antwort auf Kommentar 3

Wie recht ich habe erkennt man daran, dass mein Kommentar 1 von der politischen Zensur gelöscht wurde. Nur, weil ich bestehende Meinungsverbote u. Sonstigs dieser Republik genannt habe. Dies darf nicht sein u. ist nicht gern gesehen bei unseren Politversagern, die stets so glaubwürdig und weltverbessernd dastehen wollen vor deren naiven Wahlvolk. Offiziell geben sie sich freiheitlich, doch nur solang deren Repressionen eingehalten werden. Bei Fehlverhalten schlägt deren politische Zensur zu und ggf. der Staatsapparat...oder soll man besser sagen...die Firma Deutsche Finanz-GmbH !!!!!

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  • Sven Forbis
  • Kommentar 6
  • 22.07.2012 10:21
Antwort auf Kommentar 5

So ist es! Genau so sehe ich es auch.

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  • Michel1966
  • Kommentar 5
  • 22.07.2012 01:54
Antwort auf Kommentar 4

Warum muss es denn überhaupt verbote geben ? Nur weil die Mächtigen es können ? Oder weil eine Minderheit oder eine Mehrheit es gerade jetzt will ? Was ist denn, wenn sie es nicht mehr wollen - wird es dann wieder erlaubt ? NEIN. In einer funktionierenden Gesellschaft bedarf es keine Verbote, denn da funktioniert die Gesellschaft ja. Denk mal darüber nach !

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