Terroranschlag Fünf israelische Touristen sterben in Bulgarien

Nach israelischen Angaben wurden bei der Bombenexplosion in einem Reisebus in Bulgarien mindestens acht Menschen getötet, unter ihnen sechs israelische Staatsbürger. (Foto)
Nach israelischen Angaben wurden bei der Bombenexplosion in einem Reisebus in Bulgarien mindestens acht Menschen getötet, unter ihnen sechs israelische Staatsbürger. Bild: dpa/Stringer

An der bulgarischen Schwarzmeerküste werden israelische Touristen Opfer eines Terroranschlags. Sofort verdächtigt Israel das Regime in Teheran. Das bezeichnet die Anschuldigungen als «lächerlich» Westerwelle und Obama verurteilen das Attentat.

Bei einem Anschlag auf einen mit israelischen Touristen besetzen Reisebus sind an der bulgarischen Schwarzmeerküste mindestens sieben Menschen getötet worden. Auf diese Zahl korrigierten die Behörden beider Länder am Donnerstag die Opferzahl. Zuvor war von acht Toten die Rede. Bei dem Attentat vom Mittwoch seien fünf Israelis sowie der bulgarische Fahrer und der mutmaßliche Selbstmordattentäter ums Leben gekommen.

Der mutmaßliche Täter habe einen gefälschten Führerschein aus dem US-Staat Michigan bei sich gehabt, sagte der bulgarische Ministerpräsident Boiko Borisow. Das hätten gemeinsame Ermittlungen mit dem FBI und der CIA ergeben. Die verdächtige Person habe sich nicht in den Datenbanken der Amerikaner befunden.

Die Mitglieder der israelischen Reisegruppe waren kurz zuvor auf dem Flughafen der Schwarzmeerstadt Burgas gelandet, wie der private Sender bTV berichtete. Nachdem die Reisenden in den Bus gestiegen waren, sei dieser explodiert und in Flammen aufgegangen. Die Polizei bestätigte, dass es sich um einen Anschlag handelte. In dem attackierten Bus hätten auch viele Jugendliche gesessen, meldeten israelische Medien.

«Heute ist so ein schwerer Tag»

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte nach Medienberichten: «Alle Spuren weisen auf den Iran hin.» In den vergangenen Monaten habe es versuchte Anschläge auf Israelis in Thailand, Indien, Georgien, Kenia und Zypern gegeben. «18 Jahre nach dem Bombenanschlag auf das Gebäude der israelischen Gemeinde in Argentinien geht der iranische Terror gegen unschuldige Menschen weiter», sagte der Regierungschef.

Er sprach von einer «weltweiten iranischen Terrorkampagne». Israel werde darauf hart reagieren. Netanjahu bezog sich auf einen verheerenden Anschlag auf das Jüdische Zentrum in Buenos Aires, bei dem 1994 mindestens 86 Menschen getötet wurden.

Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte: «Wir verfolgen seit einiger Zeit Absichten von Terrororganisationen - Hisbollah, Hamas, iranischen Elementen und dem Dschihad - Anschläge in aller Welt zu verüben.» Man führe einen langen Kampf gegen sie, es gebe Erfolge und schwere Tage. «Heute ist so ein schwerer Tag.» Die israelischen Sicherheitsorgane würden «mit aller Macht vorgehen, um zu den Attentätern und ihren Drahtziehern zu gelangen».

Iranische Medien haben Berichte über eine mutmaßliche Verwicklung Teherans in den Anschlag zurückgewiesen. Entsprechende Äußerungen seien «lächerlich», hieß es am Donnerstag in einem Kommentar auf der Website des iranischen Staatsfernsehens. Es handle sich dabei um einen Versuch, den Iran und seine Verbündeten, wie etwa Syrien, zu diskreditieren.

Sicherheitsvorkehrungen mangelhaft?

Am Flughafen von Burgas riegelte die Polizei den Explosionsort ab. Der Flughafen stellte den Betrieb ein, wie der deutsche Betreiber Fraport mitteilte. Die Flüge wurden nach Varna umgeleitet. 30 Busreisende seien in ein Krankenhaus in Burgas gebracht worden, meldete bTV. Drei befänden sich in kritischem Zustand.

Etwa 150 israelische Touristen waren am frühen Nachmittag von Tel Aviv aus mit einer bulgarischen Chartermaschine nach Burgas geflogen. Israelische Medien meldeten, einige der Touristen seien nach dem Anschlag in Panik aus dem brennenden Bus gesprungen. 40 Menschen sollen sich in dem Fahrzeug befunden haben, auch der Busfahrer soll unter den Schwerverletzten sein. Die Flammen hätten auf zwei weitere Busse übergegriffen.

Vor Ort wurden unterdessen Vorwürfe über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen auf dem Flughafen des beliebten Touristenorts im Südosten Bulgariens laut. In den vergangenen Monaten habe es dort schon mehrere Anschlagversuche gegeben.

Westerwelle und USA verurteilen Anschlag

Bundesaußenminister Guido Westerwelle reagierte «entsetzt und bestürzt» auf die Nachrichten aus Burgas. «Ich verurteile den tödlichen Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien auf das Schärfste. Die Täter müssen gefunden und für diese schreckliche Tat zur Rechenschaft gezogen werden», erklärte Westerwelle in Berlin.

Auch Israels Verbündeter USA verurteilte den Anschlag. Präsident Barack Obama sprach Netanjahu am Telefon sein Beileid aus. Zugleich sagte Regierungssprecher Jay Carney, Obama habe den «abscheulichen Angriff, der unschuldige Israelis und Bulgaren getötet und verletzt hat», scharf verurteilt.

zij/news.de/dpa/dapd

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