Kranke Mütter Die Supermamas sind selbst schuld

Mutterklischees
Von Latte Macchiato bis Madonna
Die Mutter-Beimer-Mütter kreisen ständig über ihren Kindern. (Foto) Zur Fotostrecke

Von news.de-Redakteurin
Immer mehr Mütter sind krank, heißt die schlechte Nachricht. Doppelbelastung und Dauerstress zwingen starke Frauen in die Knie. Kein Wunder - Mütter reißen immer mehr an sich und geben nichts ab. Da hilft nur eins: Sie müssen sich selbst helfen. Und Stop sagen, wenn es zu viel ist.

Es ist 2000 Jahre her, aber die Mühlen der Evolution mahlen langsam. Maria litt mit ihrem Sohn, sie trauerte um ihren Sohn. Viel mehr wissen wir von Maria nicht. Der Inbegriff der Mutter im christlichen Abendland definiert sich nur durch ihr Kind.

Heutigen Müttern reicht das nicht mehr. Sie definieren sich auch durch ihre Arbeit, durch ihren Freundeskreis und ihre Freizeitaktivitäten. Sie wollen mehr sein als nur Mutter, die Gesellschaft will es ihnen erlauben und fordert es im Gegenzug auch ein. Wer nicht emanzipiert sein und bald wieder in den Job einsteigen will, ist ein reaktionäres Heimchen, wer sich schnell wieder in die Arbeit stürzt und das Kind viele Stunden lang betreuen lässt, kommt in der gesellschaftlichen Debatte auch nicht gut weg.

Mütter wollen alles richtig machen. Tief in ihrem Inneren sind sie noch immer Maria und opfern sich auf. Zwar erobern sie Stück für Stück das Terrain der Männer für sich, doch fehlt ihnen der egoistische Zug, sich im Gegenzug für die viele Arbeit auch mal fallen zu lassen. Solange sich Mütter nur für ihre Kinder opferten, hatten sie zumindest einen klar begrenzten Lebensmittelpunkt. Jetzt zerreißen sie sich, und niemand kann ihnen helfen.

Denn sie lassen sich nicht helfen. Schwäche können Mütter sich nicht leisten, sie müssen immer auf der Hut sein und ihre Kinder beschützen. Dass inzwischen auch der Vater häufig präsent ist, beruhigt sie nicht. Nicht wirklich. Die Evolution hängt den gesellschaftlichen Realitäten hinterher. Sie kann Frauen nicht davon abhalten, ihren Wirkungsbereich zu erweitern – aber sie lässt sie nicht ablassen von ihren uralten Pflichten.

Deshalb müssen Mütter noch ein bisschen mehr kämpfen. Mit sich selbst und gegen den angeborenen Anspruch auf Perfektion. Prioritäten herausfiltern und Platz machen für Entspannung. Was ist in dieser Lebensphase wichtiger – Kinder oder Job? Wo kann ich einen Gang zurückfahren, delegieren, Raum schaffen für mich? Denn, und das ist die wichtigste Botschaft für Mütter: Es ist legitim. Sie müssen keine Superkräfte haben. Die hatte auch Maria nicht.

ham/news.de

Leserkommentare (7) Jetzt Artikel kommentieren
  • Snow
  • Kommentar 7
  • 28.01.2014 20:50

Man man man... Hier wird keine Mutter berüchsichtigt, die ein behindertes Kind hat. Mein Kind ist 3 und ich kann sie im Moment nirgendwohin bringen. Wir verbringen wochen und Monate im Krankenhaus.. Arbeiten gehen? Haushalt? Sorry ich bin NUR Mutter und mein Stresslevel ist höher, als der, mit Doppelbelastung von Beruf und Familie.. Ich habe keine Sekunde Freizeit (nicht mal auf Toilette) zuhause ist mein Kind ständig auf mich angewiesen, wenn wir denn zuhause sind.. Die Nächte verbringt mein Mann im Krankenhaus.. Paarbeziehung? Wenn das Kind aufhört zu Atmen, ist nur noch das Leben wichtig..

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  • Moorfrau
  • Kommentar 6
  • 20.07.2012 09:47

Bin 63Ja., hatte Ehemann, Hs., 2 Kids u. Oma, Habe zunächst 4Std. tägl. danach 7Std. tägl. gearbeitet. Es gab keine Ganztags-Betreuung in Kitas u. Schule. Mein Mann u. ich haben gemeinsam Haus- u. Garten bewirtschaftet. Omi war sporadisch ca. 10Ja. f. uns da. Mütter müssen sich auch heute nicht an die Forderungen? d. Gesellschaft anpassen. Meine Kids durften noch Kind sein, sie wurden nicht von A nach B kutschiert. Kids nicht ständig zu "bemuttern" u. ihnen Freiraum zu lassen halte ich für sehr wichtig. Belastung? Das weiß ich vorher, wenn ich Kinder haben möchte. Es ist nicht immer rosarot!

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  • cybersweety
  • Kommentar 5
  • 19.07.2012 20:59

schöne Kommentare von witzig bis lebensfremd. Mein Tag: 6 Uhr aufstehen - bis 7 Uhr habe ich Zeit zum Wäscheaufhängen, Bügeln, Frühstück machen, sonstige Kleinigkeiten im Haushalt - ach ja zum Duschen, Schminken, Anziehen. Dann Kinder wecken, anziehen, Frühstücken, Zähnchen putzen. 7:45 Uhr - ab zur Kita - 8:00 Uhr ins Büro arbeiten bis 14:30 Uhr - Rennen, die Kinder müssen bis 15:00 Uhr abgeholt sein. Danach bis 18Uhr Kinderbetreuung + Besorgungen. 18:30 Uhr gemeinsames Abendessen 19:00 Uhr Abwasch/ Aufräumen - 19:45 Kinder ins Bettchen - 20:00- 22:00 wieder Rechner und arbeiten.

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