Liebesbriefe Gefühle für die Ewigkeit

Liebesbriefe halten die Romantik wach. (Foto)
Liebesbriefe halten die Romantik wach. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Sie sind so schön und so schwierig zu schreiben: Liebesbriefe. Romantisch sollen sie sein, aber nicht kitschig, einzigartig, aber nicht peinlich. Laura Nunziante ist Expertin auf dem Gebiet und gibt fünf Tipps, mit denen Sie bestimmt das Herz Ihres Partners berühren können.

Selbst wenn die Ränder schon leicht braun und abgegriffen sind, die Schrift mehr hellblau als dunkelblau ist und der Geruch von Keller an dem Papier haftet: Liebesbriefe sind Erinnerungsstücke, die wir immer wieder in die Hand nehmen. Selbst wenn die Liebe längst nicht mehr da ist: Sie erinnern an das Glück, das mit jedem Menschen anders ist; sie sind etwas zum Anfassen und Sehen. Liebesbriefe können Datenbanken und Sim-Karten von Mobiltelefonen überdauern.

Weil Liebesbriefe so wertvoll sind, ist es auch schwierig, sie zu schreiben. Die Worte sollen passen, nicht alltäglich sein, berühren, aber nicht kitschig sein. Liebesbriefe sind weniger vergänglich als Worte. Sie geben einen Einblick ins Herz und sind ein Beweis der Liebe - zum Anfassen.

Deutsche Post
Briefe: kurios, liebevoll und ganz schön schräg

Wie man gute Liebesbriefe schreibt, das weiß Laura Nunziante. Die 25-Jährige arbeitet als Texterin, Autorin - und schreibt ganz nebenbei noch Liebesbriefe für die Textagentur Feine Reime. Wer seine Liebe nicht in Worte fassen kann, der ist bei ihr richtig. Zwei bis fünf Briefe schreibt sie im Monat für andere Menschen und fasst das in Zeilen, was andere nur fühlen - aber nicht beschreiben können.

Aber es gibt ein paar Punkte, die das Schreiben einfacher machen. Laura Nunziante hat fünf Tipps für Briefe, die ganz sicher berühren.

Keine lange Anrede

«Mein geliebter Schatz» benutzt Laura Nunziante nicht. Lieber nur den Vornamen, danach geht es sofort in den Brief hinein. Die direkte Ansprache baut sofort eine Beziehung zum Adressaten auf, gibt das einzigartige Gefühl, jetzt gerade gemeint zu sein - und niemand sonst. Ähnliches gilt für den Abschied. Einfach nur der Name, keine langen Verabschiedungen, keine Treueschwüre. «Ganz vielleicht noch ein ‹Dein› oder ‹Deine›», sagt die Expertin. Mehr nicht.

Der richtige Einstieg

Wie auch im direkten Gespräch weiß man manchmal einfach nicht, wie man denn nun beginnen soll. Jedes Wort wird vorher abgewogen und soll doch passen. Laura Nunziante empfiehlt deshalb, atmosphärisch zu beginnen. «Ich sitze in unserer Küche, sehe den Baum, in den wir unsere Namen vor Jahren einritzten...» macht die einzigartige Liebe deutlich, die Erinnerungen, die man miteinander teilt. Wer beim Schreiben an den Orten sitzt, die man mit dem anderen Menschen verbindet, verfällt auch selber in die richtige Stimmung und findet die Worte viel leichter.

«Zeige es, schreib es nicht»

«‹Ich liebe Dich›, das schreibt man nicht. Man spricht es aus», sagt die Texterin. Auf Papier können die drei Worte schnell kitschig werden. Deshalb gilt: Lieber darüber schreiben, wie sich die Gefühle ausdrücken, was diese Liebe außergewöhnliche macht, Worte und Begebenheiten, die die Beziehung so besonders machen.

Um nicht zu viel zu schreiben, sich eventuell zu wiederholen, rät Laura Nunziante dazu, den Brief nicht länger als zwei Seiten werden zu lassen. Es gibt immer noch etwas zu sagen - aber vielleicht spart man sich das besser für einen zweiten Brief auf.

Die richtigen Worte finden

Natürlich möchte man auch schreiben, was man an der anderen Person so sehr liebt. Aber wie? «Detailreich» sollen die Worte sein, rät Laura Nunziante. Was für den ganzen Brief gilt: nicht allgemein sein, sondern speziell. «Deine Augen leuchten wie die Sterne» kann jeder schreiben. Aber die Art zu beschreiben, in der die andere Person sich die Haare beim Nachdenken um den Finger wickelt oder den Kopf mit der Hand abstützt und dabei die Finger verträumt auf die Lippen legt - das beweist, wie sehr die kleinsten Kleinigkeiten das Herz immer wieder verliebt schlagen lassen.

Wer Angst hat, zu kitschig oder zu emotional zu werden, der kann zu einem simplen Trick greifen. Die erste Version des Textes schreibt man in einem geschlossenen Raum. In dieser ersten Runde, in der die Tür richtig geschlossen sein soll, bringt man das zu Papier, was man sagen möchte. Völlig ungeschönt. Aber für sich, gar nicht einmal für den Empfänger des Briefes. Dann öffnet man die Tür, lässt bildlich gesprochen, den Anderen herein und überlegt sich, was er oder sie von diesen Dingen gerne lesen würde. Was zaubert ein Lächeln aufs Gesicht, was könnte der geliebte Mensch als kitschig empfinden?

Ehrlich sein

Nichts ist wichtiger als Ehrlichkeit. In den meisten Fällen gibt es einen Grund, warum man schreibt. Vielleicht weil das Gefühl da ist, dass man im direkten Kontakt nicht sagen kann, was man empfindet. Vielleicht gibt es Probleme oder Streitigkeiten. «Liebesbriefe sollen nicht schön sein», sagt Laura Nunziante. «Sie sollen ehrlich sein.» Wer unter Schweigen oder plötzlicher Distanz leidet, kann es im Brief ansprechen - und gleichzeitig betonen, wie wichtig es ist, daran zu arbeiten. Weil man liebt. Und das zeigt ein Liebesbrief immer.

eia/news.de

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