Wetter Sommergewitter und kein Ende in Sicht

Dschungelsommer
Blitz und Donner über Deutschland
Schwere Gewitter in Bayern (Foto) Zur Fotostrecke

Überflutete Straßen und Keller, eine eingestürzte Hörsaldecke, umgestürzte Bäume: Nach den Unwettern vom Wochenende blitzt es und donnert es wieder in weiten Teilen Deutschlands. Diesmal bleibt es meist bei Sachschäden. Doch der gewittrige Sommer geht weiter.

Es bleibt sommerlich in Deutschland, aber ganz ungetrübt ist die Freude an Grillfesten und Badeausflügen nicht. Tief «Mina» über den britischen Inseln schaufelt feuchtwarme Mittelmeerluft heran. Das bedeutet Schwüle und hohe Gewittergefahr. Wo die Gewitter genau zu erwarten sind, könne nicht vorhergesagt werden, sagte Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitag. Möglich sei, dass an einem Ort 50 Liter Regen in einer Stunde herunterprasseln und wenige Kilometer weiter gar nichts. «Das ist typisch für Sommergewitter.»

In der Nacht zu Freitag hatten starker Regen, Gewitter und Blitzeinschläge die Feuerwehren in vielen Teilen des Landes in Atem gehalten. Vor allem Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Bayern waren betroffen. Der DWD weitete am Abend seine Unwetterwarnungen auf weitere Bundesländer aus; betroffen sind demnach auch Teile von Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Teilweise kam der Verkehr zum Erliegen, einige Bundesstraßen wurden wegen Überflutung gesperrt. Verletzt wurde jedoch niemand.

Sommerwetter im April
So heiß ist der Frühling
Sommer im April (Foto) Zur Fotostrecke

Wegen vollgelaufener Keller, überfluteter Straßen und ausgehobener Gullydeckel war in Sachsen die Feuerwehr im Dauereinsatz. Nach Angaben des DWD in Leipzig kamen innerhalb von nur einer Stunde teils mehr als 30 Liter Regen vom Himmel. Bei Großzöbern stand das Wasser bis zu 30 Zentimeter auf der Straße. Etwa 10.000 Euro Schaden entstanden im nordsächsischen Mügeln, als mehrere Bäume auf Autos stürzten. Im Raum Rudolstadt in Thüringen fiel zeitweise der Strom aus.

Verspätete Flüge und eine eingestürzte Hörsaaldecke

In Berlin beeinträchtigte das Unwetter am Donnerstagabend sogar den Flugverkehr. Nach Angaben der Bundespolizei mussten mehrere Flugzeuge von Berlin-Tegel nach Berlin-Schönefeld und sogar nach Leipzig umgeleitet werden. Störungen gab es auch im Straßenverkehr, vor allem im Süden Brandenburgs. Dort kamen die Fahrzeuge kaum noch vorwärts, weil regionale Straßen und die A13 überflutet waren. Örtlich fielen bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter - fast so viel, wie sonst im ganzen Monat Juli.

Auch am Dortmunder Flughafen zwang das Unwetter zwei Maschinen zu Warteschleifen. Die Piloten hätten sich entschieden, das Gewitter über der Stadt abzuwarten, sagte Flughafensprecher Marc Schulte. An der Universität stürzten Teile einer Zwischendecke ein. Dabei sei niemand verletzt worden, sagte Feuerwehrsprecher Boris Thiemrodt. Die Feuerwehr habe Studenten gebeten, das Gebäude zu verlassen, den Strom abgestellt und Wasser aus dem Keller abgepumpt. Das Gebäude sollte am Freitag mit Einschränkungen wieder freigegeben werden.

In Bayern deckte eine Sturmböe das Dach eines Verwaltungsgebäudes des Flughafens in Memmingen ab und verursachte einen Schaden von rund 300.000 Euro. Wie ein Sprecher der Polizei in Kempten berichtete, krachte die rund 200 Quadratmeter große Dachfläche im nicht-öffentlichen Teil des Flughafens auf mehrere Autos des Zolls. Auch im Südwesten des Landes haben starke Regenfälle Straßen überflutet, die Bundesstraße 311 im rheinland-pfälzischen Ehlingen wurde zeitweilig gesperrt. Zwei Scheunen gingen in Wittighausen in Baden-Württemberg in Flammen auf. Als Brandursache vermutet die Polizei Blitzeinschläge.

Unwetter ziehen weiter nach Westen

Mit den Unwettern soll es in Deutschland am Freitag noch nicht vorbei sein. Der DWD gab erneut einzelne Warnungen aus. Für den Samstag lasse sich grob sagen, dass die Gewittergefahr im Süden und in der Mitte besonders groß ist, sagte Meteorologe Malewski. Am Sonntag ziehen die Unwetter von Westen auf. Örtlich sind Hagel, Sturm und Platzregen möglich. Dazu ist es warm mit Temperaturen zwischen 20 Grad im Norden und 28 Grad im Süden und Südosten.

zij/news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig