Leichenfund Vermisster Sebastian ist wahrscheinlich tot

Der seit Sonntag verschwundene zehnjährige Sebastian ist vermutlich tot. Die Polizei fand eine Kinderleiche am Spielplatz, auf dem der Junge zuletzt gesehen worden war. Die Ermittler gehen von einem Unfall aus.

Hier hatte Sebastian zuletzt noch gespielt. Unweit des Spielplatzes wurde nun eine Kinderleiche entdeckt. (Foto)
Hier hatte Sebastian zuletzt noch gespielt. Unweit des Spielplatzes wurde nun eine Kinderleiche entdeckt. Bild: Benjamin Nolte/dapd

Trauriges Ende der tagelangen Suche nach dem zehnjährigen Sebastian auf Amrum: Rettungskräfte haben am Mittwoch auf der Nordseeinsel eine Kinderleiche gefunden. «Wir müssen davon ausgehen, dass es sich um den vermissten Sebastian handelt», sagte eine Polizeisprecherin. Der tote Körper lag in 1,5 Metern Tiefe im lockeren Sand auf einem Spielplatz unter einer Rutsche an einem hölzernen «Piratenschiff». Die Polizei glaubt an einen Unfall.

Rechtsmediziner werden das Kind nun untersuchen. Sie sollen herausfinden, ob es Verletzungen erlitten hat und was genau die Todesursache war. Nähere Informationen will die Polizei nicht vor Freitag herausgeben. Der blond gelockte Zehnjährige aus Österreich wurde seit Sonntag vermisst.

Der Sprecher des österreichischen Außenministeriums in Wien, Nikolaus Lutterotti, bestätigte, dass der jetzt vermutlich tot geborgene Sebastian «aus dem Raum Wien» stammte. Die Familie habe jedoch um Diskretion gebeten. Das Honorarkonsulat in Hamburg habe Kontakt zur Familie und werde sie in jeder Hinsicht unterstützen, auch bei Organisation der Heimreise.

Zuletzt war Sebastian auf dem Spielplatz am Strand bei Wittdün gesehen worden. Dort soll er im Sand an dem Klettergerüst «Piratenschiff» gegraben haben. Die Polizei hatte die Bevölkerung gebeten, Amrum-Fotos vom Tattag zu schicken. Ein Bild zeigte einen Jungen, der im Sand buddelte. Auf ihn passte die Beschreibung von Sebastian. Daraufhin wurde die Suche am Piratenschiff am Mittwoch noch einmal intensiviert.

Trauriges Ende einer tagelangen Suche

Der Spielplatz ist nur einige hundert Meter von dem Ferienhaus entfernt, in dem das Urlauberkind mit seiner zwölfjährigen Schwester und den Eltern wohnte. Die Ermittler hoben mit einem Schaufelbagger den Sand rund eineinhalb Meter tief aus. Dann machten die Beamten am Mittag die schreckliche Entdeckung und hängten den Bereich um den Spielplatz mit blauen Planen ab.

Ein Bestattungsunternehmer holte das tote Kind am frühen Nachmittag in einem silbergrauen Leichenwagen unter den neugierigen Augen zahlreicher Urlauber ab. Sebastians Eltern und seine Schwester werden nach Polizeiangaben betreut. Wann sie das Kind identifizieren werden, hätten sie noch nicht entschieden.

Tagelang hatten Einsatzkräfte den Jungen mit Hubschraubern, Spürhunden und Schiffen der Seenotrettung gesucht. Eine halbe Hundertschaft Feuerwehrleute durchkämmte an Land nahezu jedes Grundstück, jeden Schuppen und jeden offenen Keller - doch lange fehlte von dem Jungen jede Spur.

zij/jag/news.de/dpa/dapd

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