Kontrolle statt Verbot Höchste Zeit, Drogen zu legalisieren

Die Menschen wollen sich berauschen, das kann ein Verbot von Drogen nicht ändern. Damit aus Konsumenten kein Abschaum wird, müssten Rauschmittel legalisiert werden. Denn nur so kann man Drogen kontrollieren.

Drogen sind so alt wie die Menschheit. Der Rauschzustand - ob für Krieg, Geisterbeschwörung oder einfach nur zum Spaß - war unserer Art offenbar immer ein Bedürfnis. Was es bringt, wenn man Menschen ihre Bedürfnisse verbietet, zeigt die amerikanische Alkoholprohibition Anfang des 20. Jahrhunderts und nun seit 1961 das Verbot sogenannter «harter» Drogen: nichts.

Die Menschen bekiffen sich trotzdem, sie koksen oder werfen Amphetamine ein. Selbst geringe Mengen ihrer Droge müssen sie sich auf kriminellem Wege beschaffen, anders geht es nicht. Und weil die Preise auf dem Schwarzmarkt hoch sind und sie ohnehin als Kriminelle bereits ihren Job verloren haben, müssen sie auch noch klauen oder einbrechen.

Sie kaufen bei dubiosen Schwarzhändlern gepanschte Drogen, vergiften und infizieren sich oder jagen sich unkontrollierte Dosierungen rein, da bei den illegalen Drogen nicht draufsteht, was genau drin ist. Weil sie nicht nur süchtig sind, sondern nun auch kriminell und krank, landen Drogenkonsumenten in der Gosse der Städte und der Gesellschaft, wo sie dann aus sozialer Not nicht weniger süchtig werden. Im Gegenteil. Ein Teufelskreis, aus dem es seit Jahrzehnten keinen Ausweg gibt.

Regeln und Kontrolle: Wie Drogen legalisiert werden könnten

Oder?

Wir haben in Deutschland das Bürgerrecht, uns totzusaufen, niemand darf uns daran hindern, unsere Nikotinsucht frei zu entfalten bis zum Lungenkrebs. Obwohl immer mal wieder aus verschiedenen Kanälen gefordert wird, Alkohol zu verbieten, wird das wohl niemals passieren. Er ist gesellschaftlich einfach zu tief verankert. Zitat Mechthild Dieckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung: «Nur weil es Menschen gibt, die nicht mit Alkohol umgehen können, kann ich ihn doch nicht verbieten.»

Auch Alkohol und Nikotin können tödlich sein, dennoch verläuft der Konsum meistens ordentlich, gesellig und gesittet, im Herzen der Gesellschaft. Es gibt keinen weltweiten Krieg um den Alkohol - im Drogenkrieg hingegen sind seit 2006 allein in Mexiko 60.000 Menschen gestorben. Auf der Bier- und der Kornflasche stehen Alkoholgehalt und Inhaltsstoffe, die Produkte werden kontrolliert und sind genormt.

Dasselbe wird seit Jahren für Drogen gefordert, von Menschen, die mit Konsumenten und Abhängigen zu tun haben und die Probleme sehr gut kennen. Jetzt haben diese Leute konkrete Vorschläge für eine Regulierung vorgelegt.

Es wird Zeit, sie umzusetzen und Drogen als das zu behandeln, was sie sind: Ein Bedürfnis vieler Menschen, das kontrolliert werden muss, damit es nicht zu viel Schaden anrichtet.

ham/news.de

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Leserkommentare (14) Jetzt Artikel kommentieren
  • Gast
  • Kommentar 14
  • 14.03.2013 20:26

JA Drogen sollten Legalisiert werden! Aber wie schlecht ist der Artikel geschrieben? "Die Menschen bekiffen sich trotzdem, sie koksen oder werfen Amphetamine ein. Selbst geringe Mengen ihrer Droge müssen sie sich auf kriminellem Wege beschaffen, anders geht es nicht. Und weil die Preise auf dem Schwarzmarkt hoch sind und sie ohnehin als Kriminelle bereits ihren Job verloren haben, müssen sie auch noch klauen oder einbrechen." Das Mag auf Heroin und Crack zutreffen, aber da Cannabis im selben Athemzug zu nennen halte ich für perfide und absolut verhältnislos und völlig übertrieben!

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  • profilohnenutzen
  • Kommentar 13
  • 23.07.2012 18:19

Kann ich nich endlich mal meine Ruhe haben...? Kann ich nicht einfach mal rüber in den CoffeeShop, mir was holen und mir es daheim einfach nur gemütlich machen? Warum geht das nicht? Nur weil eine Fr.Merkel sagt: "Wir halten (ist sich nicht mal sicher) Cannabis für so gefährlich als das man das nicht tun sollte". Nur weil dadurch Waffenschiebern, Menschenhändlern das Einkommen entzogen werden würde und die dann ALG 2 beantragen müssten? Nur weil dann alle Kinder im Lande in Gefahr wären, laut Fr. von der Leyen bzgl. Kifferclubs". Ne, ich verstehs nich.

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  • BerndBob
  • Kommentar 12
  • 20.07.2012 18:33

Es gilt diese unsinnige Hexenjagd unverzüglich und zeitnah zu beenden. Das Verhalten der Politk ist Menschen- und Grundrechtswidrig, verstößt gegen unsere Verfassung und ist ein Paradebeispiel von was für Unmenschen wir eigentlich regiert werden. Es werden für ein paar Parteispenden die Gesundheit und die Freiheit friedliebender Menschen verkauft. Pfui Teufel.

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