Alpendrama Fünf Deutsche in der Schweiz verunglückt

Sie starteten am Morgen zu sechst in Richtung des Lagginhorn-Gipfels. Gegen Mittag die Katastrophe: Fünf Bergsteiger stürzen hunderte Meter in die Tiefe. Alle Opfer stammen aus Deutschland.

So idyllisch die Schweizer Alpen auch anmuten - fünf Menschen verloren dort bei einem Ausflug ihr Leben. (Foto)
So idyllisch die Schweizer Alpen auch anmuten - fünf Menschen verloren dort bei einem Ausflug ihr Leben. Bild: AP Photo/Keystone/Jean-Christophe Bott

Unter den Absturzopfern in den Schweizer Alpen befinden sich deutschen Behörden zufolge die 14-Jährige Tochter und der 19-jährige Sohn des einzigen Überlebenden der Gruppe, der aus Berlin kommt. Zudem starben ein 43-Jähriger und dessen 16-jähriger Sohn aus Waldlaubersheim in Rheinland-Pfalz sowie ein 20 Jahre alter Mann aus Bielefeld in Nordrhein-Westfalen. Zuvor hatte die Schweizer Polizei zu vier der fünf Opfern andere Altersangaben gemacht.

Die Bergsteiger waren Dienstagmittag kurz unterhalb des Gipfels des 4010 Meter hohen Lagginhorns in den Walliser Alpen abgestürzt, als sie auf dem Rückweg waren. Das teilte die Schweizer Polizei mit. Das Unglück ereignete sich gegen 13 Uhr, als die Bergsteiger auf dem Rückweg vom Gipfel nahe der Ortschaft Saas-Grund im Wallis waren. Insgesamt sechs Alpinisten, die zu einer Gruppe gehörten, seien am frühen Morgen aufgebrochen, um das Lagginhorn zu besteigen.

Einer von ihnen sei wegen Unwohlseins etwa 100 Meter unterhalb des Gipfels zurückgeblieben. Kurz nachdem die fünf Bergsteiger den Gipfel verließen, stürzten sie in die Tiefe. Wie es dazu kam, sei bislang unklar. «Ich gehe von einem Mitreißunfall aus, dass einer gestürzt ist und die anderen mit», sagte der Chef der zuständigen Bergrettung Saas-Fee, Bergführer Rolf Trachsel, der dpa. Eine andere Möglichkeit sei, dass sich Schneemassen gelöst hätten.

War Neuschnee schuld am Absturz?

Andere Bergsteiger in der Lagginhorn-Region berichteten Reportern, sie seien wegen Nebels sicherheitshalber umgekehrt. Es habe zudem in diesem Teil der Walliser Alpen kürzlich Neuschnee gegeben. In der Kombination mit dem Nebel seien die Verhältnisse «heikel» gewesen, sagte eine Bergsteigerin der Online-Ausgabe der Basler Zeitung.

Die fünf mutmaßlich deutschen Bergsteiger seien etwa «400 Meter in die Tiefe gestürzt, eine steile Felsflanke hinunter», berichtete Bergführer Trachsel. Nach Angaben der Polizei hatte der zurückgebliebene Bergsteiger Alarm geschlagen. Die zuständige Staatsanwaltschaft des Amtes Oberwallis teilte am Abend mit, sie habe Ermittlungen aufgenommen. Dies sei bei tödlichen Bergunfällen das normale Vorgehen.

Man habe bislang zwar keine klaren Erkenntnisse zum Hergang der Katastrophe, jedoch gebe es Hinweise darauf, dass die Bergsteiger angeseilt waren. «Sonst wären nicht alle fünf gleichzeitig abgestürzt», sagte Renato Kalbermatten von der Walliser Kantonspolizei Reportern.

Der Unfall ist der bislang schlimmste in den Schweizer Bergen in diesem Jahr. 2011 kamen in der Schweiz beim Bergsteigen oder Bergwandern 151 Menschen bei 135 Unfällen ums Leben. 29 von ihnen waren ausländische Staatsangehörige. Der Lagginhorngipfel gilt unter Alpinisten als einer der weniger schwierigen Berge über 4000 Meter Höhe. Durch Schnee kann der Aufstieg allerdings tückisch werden.

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zij/news.de/dpa

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