Rechtsschutzpolice Damit der Gerichtsstreit nicht in den Ruin führt

Zwischen Recht haben und Recht bekommen liegen oft hohe Gerichtskosten - eine Rechtsschutzversicherung kann diese übernehmen. (Foto)
Zwischen Recht haben und Recht bekommen liegen oft hohe Gerichtskosten - eine Rechtsschutzversicherung kann diese übernehmen. Bild: dpa

Claudia LöweVon news.de-Redakteurin
Ein Rechtsstreit kann teuer werden und sprengt oft den finanziellen Rahmen. Eine Rechtsschutzversicherung kann den Kostenberg abfedern. Doch was genau kann die Police und wo lassen sich Beiträge sparen? News.de klärt auf.

Eine Rechtsschutzversicherung deckt im Bedarfsfall Kosten ab, die im Rahmen eines Gerichtsverfahrens anfallen. Dazu gehören Anwaltsgebühren, Honorare für Sachverständige oder Aufwandsentschädigungen für Zeugen. Gerichtskosten, die sich aus Gebühren und Auslagen zusammensetzen und je nach Höhe des Streitwertes variieren, werden ebenfalls von einer Rechtsschutzversicherung übernommen.

Verliert der Versicherte vor Gericht, muss er mitunter auch die Kosten der Gegenseite tragen. Hat er aber eine Rechtsschutzversicherung, springt diese ein. Während Strafkautionen in einigen Rechtsschutzpolicen ebenfalls enthalten sind, müssen Geldstrafen und Bußgelder grundsätzlich selbst bezahlt werden.

Sparpotenzial bei Rechtsschutzversicherungen

Zwar gehören diese Policen zu den vergleichsweise teuren Versicherungen. Der Grund: Im Vergleich zu anderen Policen werden Rechtsschutzversicherungen öfter in Anspruch genommen. Die für die Versicherer entstehenden Kosten schlagen sich in den Beiträgen der Kunden nieder. Allerdings lässt sich auch bei einer Absicherung in Rechtsfällen bares Geld einsparen.

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Das beginnt bereits damit, dass vor dem Abschluss einer Versicherung verschiedene Anbieter verglichen werden sollten. Zwischen einzelnen Versicherern gibt es zum Teil gravierende Beitragsunterschiede. Viele Tarife bewegen sich im jährlichen Beitragsrahmen zwischen 250 und 400 Euro, günstigere Angebote sind mit gründlichem Vergleich schon für unter 250 Euro jährlich zu haben.

Wer die Versicherungsraten niedrig halten will, vereinbart eine Selbstbeteiligung. Damit willigt der Versicherte ein, bei einem Gerichtsstreit einen Teil der Kosten selbst zu tragen - die Höhe der Beteiligung kann individuell beziffert werden. In der Praxis muss der Versicherte jedoch meist nicht viel zahlen, da die Selbstbeteiligung vor allem bei hohen Streitwerten nicht ins Gewicht fällt.

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Die Versicherungsbeiträge mindert eine Selbstbeteiligungsklausel jedoch spürbar - vor allem dann, wenn der Versicherte keine Leistungen beansprucht. Bei der Selbstbeteiligung muss abgewägt werden, ob der Versicherte die anfallenden Kosten im Ernstfall aus eigener Tasche zahlen kann. Einige Policen beinhalten auch Schadensfreiheitsklauseln - eine weitere Möglichkeit, bares Geld zu sparen.

Sparpotenzial gibt es auch im Aufbau der Versicherung. Nicht immer ist ein Komplettpaket die erste Wahl. Der persönliche Bedarf steht an erster Stelle, wenn es darum geht, sich für Absicherung in einzelnen Lebensbereichen zu entscheiden.

Üblich sind Aufgliederungen in die Bereiche Verkehrs-, Arbeitsrechts-, Wohnungs-, Grundstücks-, Strafrechts- und Beratungsrechtsschutz. Sich auf ein Minimum zu beschränken, ist allerdings nicht immer vorteilhaft: Wer in einen Rechtsstreit gerät und in dem jeweiligen Bereich nicht versichert ist, bleibt auf den Verfahrenskosten sitzen.

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Was deckt eine Rechtsschutzversicherung ab?

Die Grundlage für alle Rechtsschutzversicherungen bilden die Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen (ARB), nach denen die Anbieter ihre Policen gestalten können. Allerdings schützt eine Rechtsschutzversicherung nicht bei jedem Streit - Grund dafür sind Risikoausschlüsse, die vor der Unterschrift auf dem Vertrag genau unter die Lupe genommen werden sollten.

So ist neben der Abwehr von Schadensersatzansprüchen auch die aktive Strafverfolgung üblicherweise nicht in den Versicherungsleistungen abgedeckt. Alle juristischen Fälle aus den Bereichen Spiel- und Wettverträge, Gewinnzusagen, Wertpapierhandel oder Termin- und Spekulationsgeschäfte fallen ebenfalls aus dem Leistungsrahmen heraus. In vielen Verträgen greift die Versicherung auch nicht bei Streitigkeiten in Bauangelegenheiten.

Rechtsschutzversicherungen schützen den Kunden nicht unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung. Üblich sind drei Monate Wartezeit, bis der Schutz gilt. In abweichenden Fällen steht der Zeitpunkt, ab dem die Leistung gilt, in der Police. Die Versicherung kann nicht rückwirkend verwendet werden.

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • cleverle
  • Kommentar 2
  • 29.07.2012 14:54

Finden Sie eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll? Diskutieren Sie mit!

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  • cleverle
  • Kommentar 1
  • 29.07.2012 14:50

Leute was wollt ihr denn heutzutage mit diesem "verkommenen Richtern oder Rechtsanwälten": Lasst euch nicht länger verarschen!!!! Macht euch zur "natuerlichenperson.de " Damit seid ihr frei. Dann können die euch mal. Seht die angebliche "Kanzlerin" an. Hat mindestens 4 Anklagen wegen "Hochverrats" anhänig. Und wer tut ihr was? Die "Dummen" lassen sich einsperren. Geht zu Youtube.de/Schwindelkstaat, dort erfahrt ihr alles.

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