Berlin Senioren besetzen Haus

Dieses Haus in der Brunnenstraße wurde von jungen Leuten besetzt und 2009 geräumt. Auch Senioren kämpfen jetzt um ihr Gebäude. (Foto)
Dieses Haus in der Brunnenstraße wurde von jungen Leuten besetzt und 2009 geräumt. Auch Senioren kämpfen jetzt um ihr Gebäude. Bild: dapd

In Berlin-Pankow wird ein Haus besetzt - von 40 Senioren zwischen 65 und 89. Sie campen in ihrem Freizeitklub, weil die Bezirksregierung ihn wegsparen will.

«Dieses Haus ist besetzt» steht auf dem Transparent an der alten Villa in Berlin-Pankow. Macht sich im gentrifizierten Berlin eine neue Hausbesetzerszene breit? Die Herrschaften, die sich hier der Staatsgewalt widersetzen, könnten damals in den wilden 1980ern zumindest schon dabei gewesen sein. Denn es sind 40 Seniorinnen und Senioren zwischen 65 und 89, die hier in einer schicken Gegend im Norden Pankows ihre Schlafsäcke ausgerollt haben.

Pankow muss sparen, und da sollte still und leise der Seniorentreff namens Stille Straße dran glauben, berichtet die taz. 50.000 Euro will die Bezirksregierung so einsparen, doch die alten Leutchen mal eben zu übertölpeln, das hat nicht funktioniert. «Wir bleiben hier! Wir bleiben hier!» verkünden sie am Samstagnachmittag, als der Klub, wie die 300 Mitglieder ihren Treffpunkt nennen, eigentlich geschlossen werden sollte.

Von wegen altes Eisen
Coole Alte

Seit Freitag campieren die 40 Aufrechten jetzt in der Villa, in der früher Stasi-Chef Erich Mielke residierte. Junge Sympathisanten brachten mit einem Umzugswagen Matratzen und Decken vorbei, ums Frühstück kümmern sich die Nachbarn.

Senioren können Teil einer Jugendbewegung sein - auch das ist demographischer Wandel!

iwi/zij/news.de

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • eva borowski
  • Kommentar 6
  • 27.07.2012 13:57

respekt den älteren bürgern gegenüber.ich finde es sehr gut, dass sie sich wehren. ich denke auch nicht, dass es um die einsparung von 50 000,- geht, sondern vielmehr um macht zu beweisen. die jenigen, die heute 80 jahre und älter sind, sind die zukunft der heute 40jährigen, es sei denn diese wollen heute oder demnächst sterben. also, mädels und buben der älteren generation. haltet durch. liebe grüsse aus wildau

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  • Charlotte
  • Kommentar 5
  • 06.07.2012 18:26
Antwort auf Kommentar 4

Es ist keine Schande, dass dieser Klub der Gleichgesinnten geschlossen wird, es sei denn, sie zahlen den Unterhalt für dieses Objekt aus eigener Tasche.. In diesem Wohnbereich wohnen keinesfalls "arme Leute", denen man nicht zumuten kann, auch andere öffentliche Einrichtungen zu besuchen.. Es nimmt ihnen ja niemand ihre schönen Wohnungen weg und ihre Sonderrenten als ehemalige Staatsmitarbeiter. Diese Leute haben Jahrzehnte zugeschaut, wie anderen ihr Eigentum und ihre Freiheit genommen wurde. Und sie schauen bis heute mitleidlos zu, wie mit anderen Senioren umgegangen wird. Das ist Schande!

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  • AirGold
  • Kommentar 4
  • 06.07.2012 16:51

Es wirklich eine Schande alten Leuten die Möglichkeit zu verweigern sich zu treffen und Gemeinschaft zu haben! Es sind Menschen, die vielleicht oftmals allein wären und keine Angehörigen mehr haben. Sie könne sich dort treffen und das soll ihnen weggenommen werden! Jeder sollte bedenken, dass er auch mal alt wird und sich dann vielleicht genau solche Häuser und Möglichkeiten wünschen würde! Es muss viel mehr Rücksicht auf ältere Menschen genommen werden! Aber leider regiert Geld nunmal die Welt und so ist es vielen egal was mit den Senioren passiert!

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