Integration Migranten holen bei Bildung auf

Integration
Eine deutsche Schlüsselfrage

Die Integration macht Fortschritte, vor allem in der Bildung: Eine positive Note im hart debattierten Thema Integration setzt der Bericht der Bundesregierung. Der Anteil der Abiturienten ist um ein Drittel gestiegen, allerdings sind immer noch doppelt so viele Migranten arbeitslos wie gebürtige Deutsche.

Unsere Maßnahmen fruchten. Das ist die Botschaft der Integrationsbeautragten der Bundesregierung, Maria Böhmer, die heute ihren Bericht für 2011 vorgestellt hat. «Noch nie hat sich bei der Integration so viel bewegt wie in den vergangenen beiden Jahren», sagte sie. Die Chancen der Migranten auf gleiche Teilhabe hätten sich durch wichtige gesetzliche Änderungen wesentlich verbessert.

Im vergangenen Jahr waren 16,9 Prozent der Ausländer arbeitslos, eine mehr als doppelt so hohe Quote wie die der deutschen Bevölkerung (7,2 Prozent). 2010 waren allerdings noch 18,2 Prozent der Migranten ohne Job. «Integration gelingt über den Arbeitsmarkt», sagte Böhmer.

Die Zahl der ausländischen Schulabbrecher hat sich nach ihren Angaben zwar um 39 Prozent auf 11.000 reduziert und damit in etwa in gleichem Umfang wie bei den deutschen Schülern. Die Abbruchquote bei Migranten liegt mit 12,8 Prozent aber ebenfalls mehr als doppelt so hoch wie bei deutschen Schülern mit 5,4 Prozent.

Positive Entwicklung auch bei Abitur und Ausbildung

Ähnlich sieht es beim Thema Abitur aus. Zwar ist der Anteil der ausländischen Schulabgänger mit Hochschulreife zwischen 2005 und 2010 um insgesamt 36 Prozent gestiegen, doch noch immer machen im Verhältnis weit mehr deutsche Schüler ihr Abi: 2011 36 Prozent, während es bei Schülern ausländischer Herkunft nur 15 Prozent erreichten.

Auch bei der Ausbildung hinken junge Migranten weiterhin deutlich hinterher. 2010 betrug der Anteil der Ausländer im Alter von 25 bis 35 Jahren ohne Berufs- oder Hochschulabschluss 31,6 Prozent. Er lag damit mehr als dreimal so hoch wie der Anteil bei gleichaltrigen Deutschen (9,2 Prozent). Allerdings hat sich auch hier der Abstand leicht verringert: Zwischen 2009 und 2010 stieg die sogenannte Ausbildungsbeteiligungsquote bei Ausländer von 31,4 auf 33,5 Prozent.

Die Hälfte der 15,7 Millionen Migranten sind Deutsche

2010 lebten nach Angaben Böhmers 15,7 Millionen Migranten in Deutschland. Mehr als die Hälfte von ihnen besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft.

«Entscheidende Voraussetzung für eine gelingende Integration sind gute Sprachkenntnisse», betonte Böhmer. Entsprechend wichtig sei die Sprachförderung von Anfang an, die in Kindergärten fast flächendeckend angeboten werde. Das Betreuungsgeld kommentierte Böhmer mit den Worten: «Es dürfen keine Fehlanreize gegeben werden.»

Migranten schicken ihre Kinder öfter in den Kindergarten

Aus ihrem Bericht geht auch hervor, dass immer mehr Migranten ihre Kinder in staatlichen Einrichtungen betreuen lassen. Demnach stieg die Betreuungsquote bei ausländischen Kindern unter drei Jahren zwischen 2008 und 2010 von 9 auf 14 Prozent. Bei den Drei- bis Sechsjährigen stieg die Quote von 81,8 auf 85,7 Prozent.

Dass die geplante Einführung des Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen, diesen Aufwärtstrend abbremsen könnte, wollte Böhmer nicht bestätigen. Sie vertraue darauf, dass die Eltern verstünden, wie wichtig es sei, dass sie ihre Kinder in den Kindergarten schickten.

iwi/news.de/dapd

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