Knast in Brasilien Wer länger liest, kommt früher raus

Goethe-Leser können Gutbürger werden, Kant kann Knackis helfen: Wer in einem brasilianischen Gefängnis einsitzt, kann nun seine Haft verkürzen. «Erlösung durch Lesen» heißt das Programm, bei dem Knastis pro gelesenem Buch vier Tage weniger absitzen müssen.

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Die brasilianischen Gefängnisse haben nicht den allerbesten Ruf: Überfüllt, überaltert sind sie; Revolten und Folter unter den Häftlingen sind an der Tagesordnung. Deshalb hat die brasilianische Regierung nun ein literarisches Lockangebot ins Leben gerufen.

Wie Spiegel Online berichtet, soll das Programm «Erlösung durch Lesen» Knastis die Chance geben, das Gefängnis als besserer Mensch zu verlassen. Der Bücherkanon umfasst Werke aus Belletristik, Wissenschaftsliteratur und Philosophie - und die Knastis können ihre Haft verkürzen, wenn sie die Werke lesen und einen Aufsatz darüber schreiben.

Für das Lesen und Schreiben haben die Knackis pro Buch vier Wochen Zeit. Dafür verkürzt sich die Haft um vier Tage. Zwölf Mal pro Jahr soll der literarische Genuss den Insassen ermöglicht werden, im Maximalfall können sie ihre Haft also um 48 Tage pro Jahr verkürzen, sieht das Programm der Regierung vor.

jag/wam/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • heinrichIV
  • Kommentar 1
  • 28.06.2012 10:24

Eine wirklich einzigartige, tolle Idee die die brasilianische Regierung da verwirklicht. Solch gute Ideen kann man von unseren Politpfeifen nicht erwarten. Das einzige was denen einfallen würde, wäre Bonustage auf Bibel-Lesen zu geben und somit nur weitere religiöse Eiferer aller Coleur zu fördern. Ich wünsche der brasilianischen Regierung viel Erfolg und Gelingen für das Vorhaben!

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