Siebenschläfer Heute Regen, den ganzen Sommer Regen?

Heute ist Siebenschläfer - und der macht das Sommerwetter, sagt die Bauernregel. Na dann gute Nacht, könnte man meinen, denn heute zieht Regen übers Land. Doch die Meteorologen machen Mut. Schon zum Deutschland-Halbfinale wird es heiß.

Aberglaube oder Wissenschaft: Mit Bauernregeln durch das Jahr
zurück Weiter 01.jpg (Foto) Zur Fotostrecke Foto: news.de/dpa (Montage)

Sieben Wochen Regen, Schauer und Gewitter? Wenn die alte Siebenschläfer-Regel zuträfe, würde der Sommer im Großteil Deutschlands eher nass. «Wenn's am Siebenschläfer gießt, sieben Wochen Regen fließt», lautet die Bauernregel. Heute ist Siebenschläfertag, und Tief «Lisa» schiebt aus Westen Regen übers Land, der auch Gewitter im Gepäck hat. Nur der äußerste Norden und der Süden bleiben trocken, dort gibt es auch Wolkenlücken, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) voraussagt.

War's das jetzt mit dem Sommer? Sollten wir den Ostseeurlaub stornieren und lieber Kanarische Inseln buchen? DWD-Meteorologe Simon Trippler fände das übertrieben. Zwar bilde sich tatsächlich Ende Juni/Anfang Juli oft eine stabile Wetterlage aus, aber dafür dürfe man nicht nur einen Tag betrachten. Bis zum 10. Juli müsse man schon schauen. Der Sommer ist also noch nicht gelaufen.

Zum Halbfinale gegen Italien wird's warm

Und in den nächsten Tagen sieht es nach der Prognose der Meteorologen gar nicht so schlecht aus. Schon am Donnerstag zum EM-Halbfinale steigen die Temperaturen, am Freitag erreichen sie dann zwischen 20 Grad im Norden und 30 Grad im Süden. Dazu gibt es Wärmegewitter, die auch heftig ausfallen können. Am Wochenende wird voraussichtlich eine Luftmassengrenze über Deutschland liegen, die kühlere Luft im Norden von feucht-warmer im Süden trennt.

Der Siebenschläfertag galt über Jahrhunderte als Weichensteller für das Sommerwetter. Der Statistik zufolge trifft das auch in bis zu 70 Prozent der Jahre zu, wenn nicht nur der eine Tag gewertet wird. Die moderne Meteorologie hat eine Erklärung: Entscheidend sei der Verlauf des sogenannten Jetstreams mit starkem Wind in großer Höhe. Liege seine Bahn nördlich von Deutschland, herrsche sonniges und warmes Wetter, verlaufe sie südlich, dominiere Regen. Derzeit beschreibe der Jetstream aber keine gerade Bahn, sondern mache Kurven, erläuterte Meteorologe Trippler. Und so ist noch ungewiss, wie der Sommer 2012 wird.

Die sieben Schläfer schliefen 200 Jahre

Der Name Siebenschläfer geht auf eine Legende von sieben schlafenden Jünglingen zurück. Sie sollen während der Christenverfolgung im Jahr 251 in eine Höhle eingemauert worden sein. Am 27. Juni 446 erwachten sie und bezeugten den Glauben an die Auferstehung. Bis ins 18. Jahrhundert wurden die Sieben als Heilige verehrt und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.

Das gleichnamige Nagetier hat mit dem Wetter rein gar nichts zu tun. Der Siebenschläfer (lateinisch: Glis glis) sei zwar total verschlafen und erst im Mai aus dem Winterschlaf erwacht, aber «für das Sommerwetter der nächsten sieben Wochen ist er nicht verantwortlich», heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Wildtier Stiftung. Das Wetter sei dem knapp 100 Gramm schweren nachtaktiven Tier völlig egal. Bis zum September, wenn er sich wieder schlafen legt, muss er sich mit Bucheckern, Kastanien oder Eicheln eine dicke Speckschicht anfressen.

iwi/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • krubi
  • Kommentar 1
  • 27.06.2012 14:39

Zu unserem Glück hat Papst Gregor den Julianischen Kalender reformiert, so dass heutzutage der eigentliche Siebenschläfer-Tag der 7. Juli sein müsste. Also haben wir noch eine Chance auf einen schönen Sommer ... schaun mer mal ...

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