Fußball-Schnaps Jamas, Angela!

Platon, Rehakles, Aniston
Diese Griechen sind auch bei uns berühmt

Heute kocht das Blut in Athen. Griechenland spielt gegen Deutschland, der Frust auf Angela Merkel und der Würgegriff der EU finden endlich ein Ventil. «Bloody Merkel» heißt der Drink, den ein Kneipenwirt in Athen dazu serviert. Der kommt ausgerechnet aus Freiburg.

Zum EM-Viertelfinale wird es hoch hergehen bei Erich Lickert in seiner deutschen Kneipe. Neben dem Spiel Deutschland-Griechenland wird dazu auch seine «Bloody Merkel» beitragen, ein roter Schnaps. Augenzwinkernd spielt der Freiburger damit auf den Ruf an, den Deutschlands Kanzlerin derzeit in Griechenland genießt.

Seit etwa zwei Jahren hat der 47 Jahre alte gelernte Koch seine Kneipe im Norden Athens, die nicht etwa «Freiburg», sondern «München» heißt. «Freiburg kennen die Griechen nicht, und wenn ich Schwarzwald gemacht hätte, dann denken sie, ich bin ein Tortenladen. Bei München ist klar: Wurst, Bier», sagt Lickert, der am Donnerstag mit schwarz-rot-goldenem Schweißband und blau-weißer Schürze in seiner Kneipe steht und die letzten Bestellungen aufgibt. Es riecht schon richtig «deutsch», nach Kraut und Wurst.

T-Shirts mit deutscher und griechischer Flagge

Sein kleiner Laden werde proppenvoll, das Interesse sei riesig. Dabei werden in «München» keineswegs nur Deutsche Fußball schauen. «Ich erwarte Fifty-Fifty, normalerweise kommen hier 95 Prozent Griechen, aber jetzt werden es sicher mehr Deutsche.»

Mit Auseinandersetzungen rechnet er nicht. «Es gibt immer einige Idioten, aber was die Medien zum Teil in Deutschland verbreiten, dass man als Deutscher in Griechenland in Gefahr ist, das ist totaler Blödsinn.» Um die deutsch-griechische Völkerverständigung weiter zu unterstützen, hat er zur Feier des Tages T-Shirts anfertigen lassen: mit der griechischen und der deutschen Flagge drauf.

Dass Lickert für Deutschland ist, versteht sich von selbst. Aber was ist mit seiner Frau, einer Griechin? Er lacht: «Na, die muss sich wohl oder übel damit abfinden, wenn Deutschland gewinnt.»

EM 2012
Eine Plage in Schwarz-Rot-Gold

iwi/zij/news.de/dpa

Leserkommentare (8) Jetzt Artikel kommentieren
  • maro 12
  • Kommentar 8
  • 23.06.2012 18:57
Antwort auf Kommentar 7

Dies ist auch meine Meinung.Man sollte nicht Milliarden dort wieder versickern lassen.Wie wäre es zum Beispiel,man gibt Ihnen die Mög- lichkeit,ein funktionierendes Steuersystem aufzubauen.Muss ja nicht bedeuten,dass dies Deutschland macht.Kann ja auch ein anderes gut funktionierendes Euroland machen.Damit würde sicher mehr Vertrauen bei der Bevölkerung von Griechenland sein.Aber so wie es jetzt dort läuft,wird es nie eine Verbesserung der kleinen Leute geben.Und diese leiden am meisten.Gesetzesänderungen wären nötig,aber die Politiker trauen sich nicht,gegen die Reichen vorzugehen.

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  • Longus
  • Kommentar 7
  • 23.06.2012 12:03
Antwort auf Kommentar 5

Wieso -die deutschen-...?? Gegen deutschland wird doch im ausland bei jeder gelegenheit wieder die alte Nazikarte gezogen u. uns vor die nase gehalten. Und in der tat könnten manche länder deutsche eigenschaften gut gebrauchen. Wenn in griechenland etc. jeder bürger seine steuern zahlen, und die millionäre u. milliarden schweren reeder auch ihren obulus entrichten würden, wäre griechenland auf einen schlag saniert. Jetzt den deutschen die schuld geben, obwohl man 20 jahre über seine verhältnisse gelebt hat, ist erbärmlich. ALLE griechen haben gerne mitgemacht.

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  • isabelsunshine
  • Kommentar 6
  • 22.06.2012 20:07

Meine Güte- wie doof kann die Menschheit sein?Die Wahnsinnigen nehmen ALLES als Grund um zu randalieren, zu toben, zu diffamieren.... das muss man wissen, das ist bekannt, sich drüber aufzuregen nützt auch nichts. Hoffen wir nur, dass nicht ein kleiner Brejvik irgendwo auftaucht---- Vorsicht, Polizei und Kontrollen sind besser als Aufregen!

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